Absturz eines Rekordmeisters

Bobic ist in Polen noch erfolgloser als bei Hertha

Drei Trainer und seit Oktober kein Sieg. Für Herthas Ex-Manager Fredi Bobic wird es bei Legia Warschau ungemütlich.

Author - Wolfgang Heise
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Fredi Bobic ist seit April 2025 Fußball-Boss beim polnischen Rekordmeister Legia Warschau. Zehn Monate später steckt der Klub im Abstiegskampf.
Fredi Bobic ist seit April 2025 Fußball-Boss beim polnischen Rekordmeister Legia Warschau. Zehn Monate später steckt der Klub im Abstiegskampf.Marcin Szymczyk/Fotopyk/imago

Legia Warschau ist Rekordmeister. Der FC Bayern Polens steckt in der schlimmsten Krise der Vereinsgeschichte. Mittendrin ist Herthas Ex-Manager Fredi Bobic (54). Abstiegskampf und Chaos statt Titeljagd, seit Oktober kein Sieg mehr. Die Krise hat epische Ausmaße erreicht.

Legia seit Oktober ohne Sieg

Das Team von Legia kann seit elf Spielen nicht mehr gewinnen, so eine Serie des Grauens gab es nicht mal bei Hertha BSC, als Bobic von Juni 2021 bis Januar 2023 im Amt war. Seine Trainer Tayfun Korkut (21/22) oder Sandro Schwarz (22/23) konnten wenigstens nach fünf erfolglosen Spielen mal wieder einen Sieg einfahren. Bei dem stolzen Klub aus Warschau ist alles wie verhext.

Am 28. September 2025 gewann Legia gegen Pogon Stettin mit 1:0. Es ist bis jetzt der letzte Sieg in der polnischen Ekstraklasa. Damals noch unter dem rumänischen Trainer Edward Iordanescu (47), doch der musste einen Monat später gehen, obwohl er erst im Sommer das Team übernommen hatte.

Legias dritter Trainer schafft nicht die Wende

Der spanische Co-Trainer Inaki Astiz (42) übernahm in der Not, doch es gab keinen Sieg. Eigentlich sollte Marek Papszun (51) sofort im Oktober übernehmen. Doch die Verpflichtung zog sich bis in die Winterpause, weil dessen Klub Rakow Tschenstochau ihn erst nicht abgeben wollte.

Fredi Bobic im spanischen Trainingslager von Legia Warschau mit dem neuen Coach Marek Papszun.
Fredi Bobic im spanischen Trainingslager von Legia Warschau mit dem neuen Coach Marek Papszun.Marcin Szymczyk/Fotopyk/imago

Bobic erklärte im Dezember: „Beide Seiten wollten dasselbe, aber dann begann der Kampf. Es dauert nun schon sechs bis sieben Wochen, um den Trainer aus seinem Verein herauszuholen.“ Anfang Januar war Papszun endlich da. Doch besser wurde es bis jetzt nicht.

Das erste Spiel des Jahres war der nächste Tiefschlag. Unter dem vermeintlichen Retter Papszun gab es eine 1:2-Heimpleite gegen Korona Kielce, es folgten zwei Unentschieden bei Arka Gdingen (2:2) und GKS Kattowitz (1:1).

Steht Legia vor dem Verkauf?

Legias allmächtiger Klub-Boss Dariusz Mioduski hält noch an Bobic fest. Doch polnische Medien spekulieren seit Tagen, ob Mioduski den ganzen Klub verkaufen will. Die Fan-Proteste nehmen zu, einige verbale Morddrohungen gegen die Spieler gibt es bereits: „Wenn ihr absteigt, bringen wir euch um!“

Fredi Bobic auf der Legia-Stadiontribüne neben dem Klub-Besitzer Dariusz Mioduski.
Fredi Bobic auf der Legia-Stadiontribüne neben dem Klub-Besitzer Dariusz Mioduski.PIOTR KUCZA/Fotopyk/imago

Bobic übernahm erst vor zehn Monaten das Amt als Head of Football Operations bei Legia. Einen Monat später wurde Legia immerhin noch Pokalsieger unter dem Trainer-Shootingstar Goncalo Feio (35), doch der Klub konnte sich im Sommer 2025 nicht auf eine Vertragsverlängerung mit dem Portugiesen einigen.

Feio übernahm den Liga-Konkurrenten Radomiak Radom am 13. Spieltag, damals punktgleich mit Legia. Radomiak ist immerhin Tabellenzehnter, Legia Vorletzter ...