Bei Hertha BSC sind alle froh. Endlich kann Verteidiger Pascal Klemens (20) wieder lachen. Im Trainingslager in Portugal blühte der Youngster wieder auf. Hinter ihm liegen dunkle Monate wegen einer Knöchel-OP. Im Interview der Vereins-Homepage schildert Klemens, wie brutal er gelitten hat.
Es beschreibt dabei nicht die Schmerzen in seinem Fuß, sondern sein Leiden im Kopf. Das ganze Unglück begann in der Saisonvorbereitung beim 6:1-Testspiel gegen den BFC Dynamo. Er hatte sich gerade von einer langwierigen Hüftverletzung im März 2025 erholt, wollte durchstarten, dann knickte er beim Aufwärmen vor dem Testkick um. „Dass dann der nächste Rückschlag gefolgt ist, war brutal. Der entscheidende Moment ist immer noch in meinem Kopf präsent. Danach war ich für einige Tage etwas gebrochen – die Zeit im Krankenhaus ist mir nicht leichtgefallen.“
Klemens spricht über nicht mehr vorhandene Muskulatur
Nach den Tagen in der Klinik lief er wochenlang mit einem Plastikschuh und Krücken herum. Klemens: „Besonders verrückt war es, meine nicht mehr vorhandene Muskulatur nach einigen Wochen am Bein zu sehen.“ Das ist für jeden Patienten so, doch einen Profifußballer trifft der Anblick mehr. Die Muskeln sind sein Kapital.
Klemens kämpfte in der Reha, um schnell wieder einen Normalzustand der Muskeln zu bekommen. „Du musst dann einfach daran glauben, dass es besser wird und alles dafür tun. Es kamen aber auch Phasen, in denen ich zwar wollte, aber immer wieder auf unterschiedliche Weise gebremst wurde. Da dachte ich auch nur, dass das nicht sein kann.“
Klemens über sein Pech: „Ich dachte: Warum überhaupt ich?
Hoffnung, Verzweiflung, das mentale Ping-Pong-Spiel spielte „Passi“ einen bösen Streich. Doch alle munterten ihn immer wieder auf. Klemens: „Meine Familie war natürlich wichtig, aber auch meine Freunde und meine Mitspieler. Alle hatten immer ein offenes Ohr, aber auch Verständnis dafür, wenn ich mal nicht so gut gelaunt war. Manchmal dachte ich: Warum jetzt? Warum überhaupt ich? Das war nicht so einfach. Aber alle waren für mich da. Das war extrem wertvoll. Das ist nicht selbstverständlich, weswegen ich umso dankbarer bin!“

Klemens litt im Sommer, doch er verkroch sich nicht. „Es war mir extrem wichtig, unter Menschen zu kommen und nicht mitten im Sommer nur drinnen zu hocken“, sagt er. Deswegen war es für ihn selbstverständlich bei den Hertha-Spielen als Zuschauer dabei zu sein: „Ich war immer im Olympiastadion, bin auch nach Hannover mitgefahren. Daraus ist eine Motivation entstanden, alles dafür zu geben, um auch wieder da unten zu stehen.“
Glücksgefühle beim Comeback im Olympiastadion

Beim letzten Hinrundenspiel war es endlich soweit. Beim 1:1 gegen Bielefeld wurde er in den Schlussminuten eingewechselt. Das Comeback als Weihnachtsgeschenk. Klemens ist darüber glücklich: „Es war einfach schön! Ich habe es doppelt und dreifach genossen. Endlich konnte ich wieder das machen, was ich liebe. Ich hatte es mir als Ziel gesetzt, noch in 2025 zu spielen.“



