Wieder VAR-Torklau?

Jubelverbot für Hertha-Kapitän Reese, Rafalski sitzt im Videokeller

Hertha BSC gegen Preußen Münster und dazu noch Videoassistentin Katrin Rafalski. Das weckt bei Fabian Reese böse Erinnerungen.

Author - Wolfgang Heise
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Hertha-Kapitän Fabian Reese wurden in dieser Saison schon seine Tore wegen zweifelhaften VAR-Entscheidungen aberkannt. Sonntag sollte er in Münster lieber nicht zu früh jubeln, wenn er trifft.
Hertha-Kapitän Fabian Reese wurden in dieser Saison schon seine Tore wegen zweifelhaften VAR-Entscheidungen aberkannt. Sonntag sollte er in Münster lieber nicht zu früh jubeln, wenn er trifft.IMAGO/Christopher Rupprecht

Hertha BSC spielt Sonntag (13.30 Uhr) bei Abstiegskandidat Preußen Münster. Da war doch was im Hinspiel. Richtig! Es gab beim 2:1-Heimsieg im Oktober den VAR-Torklau des Jahres 2025. Kapitän Fabian Reese (28) hatte ein genialen Treffer aus über 40 Metern gemacht. Doch der Videokeller pfiff es zurück. Gibt es wieder einen Torklau?

Reese-Tor gegen Münster aberkannt wegen Zehenspitze

Rückblick in den Oktober: In der 10. Minute war Münsters Torwart Johannes Schenk aus dem Strafraum gelaufen, um Herthas Stürmer Sebastian Grönning zu stoppen. Der Ball prallte nach vorne Richtung rechter Außenbahn. Reese schaute, nahm Maß und traf mit einem wunderschönen Schuss. Der Jubel war groß. Frühe Führung und dann auch noch mit einem Treffer der Kategorie Tor des Jahres. Schiri Lukas Benen gab zunächst das Tor.

Doch dann funkte VAR Patrick Alt dazwischen. In der Szene davor soll Stürmer Sebastian Grönning mit der Zehenspitze im Abseits gestanden haben. Die virtuell gezogene Linie sollte es nachweisen. Doch die gezeigte Computeranimation machte die Entscheidung noch lächerlicher. Reese war bitter enttäuscht und sagte: „Das war der Diebstahl des Jahres.“

Fabian Reese konnte es im Hinspiel gegen Preußen Münster nicht fassen. Sein Traumtor wurde aberkannt,  weil Sebastian Grönning mit der Zehenspitze im Abseits stand.
Fabian Reese konnte es im Hinspiel gegen Preußen Münster nicht fassen. Sein Traumtor wurde aberkannt, weil Sebastian Grönning mit der Zehenspitze im Abseits stand.IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch

Reese will nach zweitem VAR-Torklau nicht mehr jubeln

Die Sache wäre eigentlich damit erledigt. Doch zwei Monate später ereignete sich die nächste Fata-Morgana-Entscheidung gegen Reese. Beim 3:3 gegen Fürth zirkelte Herthas Kapitän den Ball wieder zum frühen 1:0 ein. Schiri Tom Bauer gab auch diesmal zunächst den Reese-Treffer.

Doch Video-Assistentin Katrin Rafalski, von Beruf ist sie Röntgentechnikerin, sah auf ihrer Mattscheibe im Videokeller allen Ernstes, dass Kennet Eichhorn vorher in Abseitsstellung mit den Haarspitzen am Ball gewesen sein soll.

Bei Hertha schüttelten alle nur fassungslos wegen der VAR-Halluzination den Kopf. Trainer Stefan Leitl wunderte sich nur: „Es ist sehr suspekt, warum dieses erste Tor von Fabi Reese zurückgenommen wird. Das konnte uns keiner erklären. Auch Kenny Eichhorn sagt, er berührt den Ball gar nicht. Dann ist es kein Abseits.“

Katrin Rafalski ist Sonntag beim Hertha-Spiel in Münster wieder Videoassistentin. Sie betrieb bei Reeses Tor gegen Fürth im wahrsten Sinne des Wortes Haarspalterei und sah ein Phantom-Abseits.
Katrin Rafalski ist Sonntag beim Hertha-Spiel in Münster wieder Videoassistentin. Sie betrieb bei Reeses Tor gegen Fürth im wahrsten Sinne des Wortes Haarspalterei und sah ein Phantom-Abseits.IMAGO/Peter Hartenfeser

Rafalski ist wieder Videoassistentin

Reese war am verzweifeln: „Heutzutage darf man sich erst so richtig freuen, wenn man am Mittelkreis steht und der Schiri wieder anpfeift. Ich jubele in Zukunft nicht mehr sofort!” Das sollte er auch Sonntag wirklich nicht tun. Wenn er in Münster treffen sollte und Schiri Felix Bickel den Treffer erstmal zählen lässt, ist Jubelverbot angesagt. Denn im Video-Keller sitzt wieder Katrin Rafalski...