Mit Anstand in die Restsaison, das ist nach dem verpassten Aufstieg das Ziel bei Hertha BSC Ein erster, kleiner Schritt ist mit dem 2:1-Heimsieg gegen Nürnberg gelungen. Dabei spielte sich nicht nur Doppeltorschütze Josip Brekalo (27) ins Rampenlicht, sondern auch Jeremy Dudziak (30). Er hat Michael Cuisance (26) erstmal auf die Bank gespielt. Bleibt es dabei?
Leitl: „Dudziaks Leistung finde ich klasse“
Für Dudziak war es nach seiner schweren Hüft-Verletzung und anderthalb Jahren Pause das Startelf-Debüt und er überzeugte in der Offensive. Der Deutsch-Tunesier war der entscheidende Mann bei Brekalos erstem Tor. Energisch und elegant passte er zum Kroaten.

Trainer Stefan Leitl war mehr als angetan von Dudziaks Auftritt. „Was mich wahnsinnig freut, ist die Leistung von Jeremy Dudziak. Dass er so kommt nach dieser schweren Verletzung, dass er so seine Chance nutzt, finde ich klasse.“ Dudziak spielte und kämpfte 83 Minuten durch, bevor er für Stürmer Sebastian Grönning ausgewechselt wurde. Seit Rückrundenstart machte er vorher nur vier Spiele als Joker.
Schon vor einem Monat kündigte Leitl an: „Bei Jerry überlege ich, wann er in der Startelf steht.“ Nach dem 2:5 in Elversberg war klar, dass der elegante Techniker den seit Wochen formschwachen Cuisance als Spielmacher ersetzen wird.
Cuisance ist nach dem Pokal-Aus im Formtief
Der Franzose wirkt momentan schlapp, obwohl er der Spieler mit den meisten Laufkilometern pro Spiel (12 km) ist. Es scheint bei ihm nicht die Physis zu sein, sondern der Frust. Das Pokal-Aus, sein verschossener Elfmeter, nagen an Cuisance. Beim 2:3 gegen Hannover war er blockiert, beim 2:5 in Paderborn wechselte ihn Leitl zur Halbzeit aus.

Jetzt ist erstmal Dudziak als Zehner erste Wahl. Sein mentaler Vorteil: Er bringt nach seiner langen Leidenszeit ehrliche Spielfreude auf den Platz. Als er im Herbst 2025 seine ersten Comeback-Versuche im Training machte, sagte Leitl: „Wenn Jerry wieder fit wird, kann er in der Rückrunde noch ein entscheidender Faktor werden.“


