Es hilft alles nichts: Stürmer Kris Piatek muss in Quarantäne, wird Hertha am Freitag in Braunschweig nicht helfen können. Foto:  City-Press

Nur noch vier Tage! Vor dem ersten Pflichtspiel der neuen Saison drückt Hertha im Angriff der Schuh ganz gewaltig. Stoßstürmer Krzysztof Piatek (25) wird die Probleme nicht lösen können. Der Pole steht den Blau-Weißen in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Eintracht Braunschweig (Freitag, 20.45 Uhr) nach KURIER-Informationen definitiv nicht zur Verfügung stehen – weil er in Corona-Quarantäne muss.

„Es ist grausam, was hinter den Kulissen abgeht“, erklärte Trainer Bruno Labbadia nach dem dritten Testspiel ohne eigenen Treffer angesichts des Tauziehens mit den Verbänden um die blau-weißen Nationalspieler.

Der Grund: Piatek reiste entgegen der Absprachen zum Nations-League-Spiel ins Corona-Risikogebiet auf den Balkan, trifft dort mit Polen auf Bosnien-Herzegowina. Eigentlich hatte die Fifa die Abstellungspflicht der Klubs genau für diesen Fall aufgehoben.

Bis zuletzt hoffte Hertha noch auf eine Lösung, die vom Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf verordnete, fünftägige Quarantäne für Reiserückkehrer aus Risikogebieten zu umgehen. Ein Argument: Weil er sich dort auch nur mit ständig getesteten Personen weiterhin in einer Blase aufhält, ist eine Isolation nach seiner Rückkehr nicht nötig. Auch der Versuch, Piateks Rückkehr durch eine Einreise aus den Niederlanden corona-mäßig zu entschärfen, wird nach KURIER-Informationen nicht aufgehen. Der Mittelstürmer, der am Dienstag in Berlin erwartet wird, muss für fünf Tage in Quarantäne und zwei negative Virus-Tests vorweisen. Damit ist sein Einsatz am Freitag ausgeschlossen.

Einen Wettlauf gegen die Zeit wird es dagegen für Vladimir Darida. Der Mittelfeldmann kehrte bereits am Sonnabend von der tschechischen Nationalmannschaft zurück, gilt nach einem positiven Fall im Betreuerstab als Kontaktperson und kann damit – nach zwei negativen Tests – frühestens am Donnerstag wieder mit seinen Hertha-Kollegen trainieren. Umstände, die Manager Michael Preetz fluchen lassen: „Diese Länderspielperiode ist angesichts ihrer wahnwitzigen Umstände kompletter Nonsens.“

Immerhin: Die Slowakei hat gegenüber Hertha Wort gehalten, Ondrej Duda und Peter Pekarik vor der Reise ins Risikogebiet Israel vorzeitig zurückkehren lassen. Weil Duda aber einen Schlag beim 1:3 gegen Daridas Tschechen aufs Knie abbekam, ist sein Einsatz am Freitag noch ungewiss. Am Dienstag soll der offensive Mittelfeldmann wieder ins Training einsteigen. 

„Was rund um Corona abläuft, beschäftigt uns teilweise mehr als das ganze Training“, ärgert sich Labbadia. Es hilft alles nichts: Auch ohne Piatek muss er der harmlosen Hertha-Offensive bis Freitag Zähne verpassen. Sonst droht beim Zweitligisten eine Blamage.