Jetzt hat er seinen Stammplatz. Julian Eitschberger (21) dreht bei Hertha BSC in der Rückrunde auf. Der rechte Außenverteidiger machte zuletzt zwei Tore. Dabei wollte er im Winter eigentlich gehen, weil er nur auf der Ersatzbank saß. Eitschi: Fast weg, jetzt voll da!
Eitschi trifft gegen Hannover
Beim 2:3 gegen Hannover 96 gab es nicht viel zu jubeln, doch Eitschberger konnte sich wenigstens ein bisschen freuen. Er setzte mit seinem Tor in der 92. Minute den Schlusspunkt im Spiel. Schon zwei Wochen vorher hatte er beim 2:2 gegen Darmstadt getroffen. Die Rückrunde könnte für den früheren Junioren-Nationalspieler der große Karrieresprung werden.

Nach einer starken Leih-Saison bei Drittligist Rot-Weiß Essen kam Eitschi im Sommer 2025 zurück zu den Blau-Weißen. Nach dem Abgang von Jonjoe Kenny hoffte er, dass er eine Chance auf die Startelf bekommt. Daraus wurde nichts. Deyo Zeefuik bekam zunächst den Vorzug, dann ließ Leitl sogar Innenverteidiger Linus Gechter auf der Außenverteidigerposition spielen.
Eitschberger sah im Dezember keine echte Möglichkeit, doch noch irgendwie ins Team zu rücken, und hinterlegte trotz laufenden Vertrages bis 2027 einen Wechselwunsch. Doch so richtig weg wollte er eigentlich nicht, weil er an seiner Hertha (seit neun Jahren im Verein) hängt. Es gab Gespräche mit Leitl und der Coach machte ihm neuen Mut.
Leitl verhinderte Wechsel von Eitschberger
Leitl: „Es kam dieser Wunsch von Julian, eventuell sich zu verändern. Wir haben offen und ehrlich darüber gesprochen, auch wie sein Weg dann in der Vorbereitung ist. Nachdem er sich aber eindeutig für uns entschieden hat und gesagt, hier zu bleiben, war klar, dass er eine Option sein wird.“
Nach der Ansage (hätte er weiter wechseln wollen, wäre er nicht mit ins Trainingslager nach Portugal gefahren) fasste Eitschberger neuen Mut und Leitl lobt ihn: „Eitschi hat sich super verhalten, hat permanent im Training versucht, das umzusetzen, was wir ihm mitgegeben haben. Es ist ein Berliner Junge, Herthaner durch und durch.“
Reese nennt Eitschberger „Rödelbär“
Jetzt kommt der Lohn für die Geduld und den Fleiß. Gegen Darmstadt schoss er sein erstes Tor für Herthas Profiteam. „Was für ein Gefühl. Am Ende leider zu wenig. Wir machen weiter“, schrieb er danach auf Instagram. Alle Mitspieler freuten sich für ihn und Kapitän Fabian Reese postete zurück: „In die Miene mein Rödelbär.“ Hintergrund: Auf der rechten Seite hält der Youngster Flügelstürmer Reese nicht nur den Rücken frei, er stürmt auch selbst mit.

Eitschberger machte weiter. Beim 3:0 in Elversberg wurde er nach 15 Minuten für den verletzten Deyo Zeefuik eingewechselt. Leitl sagte danach: „Eitschi war sofort da.“ Und nach dem Pokalfight (5:6 n.E.) gab es das nächste Lob: „Eitschi hat ein richtig gutes Spiel gemacht, ist physisch absolut an sein Limit gegangen.“ Da hatte er in den Schlussminuten einen Wadenkrampf.



