Die nächste Stufe im Poker um Europas besten Fußballer des Jahrgangs 2009 ist gezündet. Das Rätselraten um Wunderkind Kennet Eichhorn (16) von Hertha BSC geht weiter. Vergangene Woche nahm schon Borussia Dortmund Abstand, jetzt soll auch der FC Bayern die Verhandlungen vorerst gestoppt haben. Die beiden englischen Topklubs Manchester City und FC Liverpool sind jetzt beim Bieten um den jungen Mittelfeldspieler in der Pole-Position und Nutznießer könnte dabei Bayer Leverkusen werden. Es hat ein 20-Millionen-Verwirrspiel begonnen. Wer blufft dabei am besten?
Ausstiegsklausel mit Juni-Frist
Der Reihe nach: Den Bundesliga-Klubs läuft die Zeit davon. Denn die ominöse Ausstiegsklausel von bis zu 12 Millionen Euro in Deutschland soll zeitlich befristet sein, sie soll in diesem Monat auslaufen. Danach ist die Ablösesumme wieder frei verhandelbar. Die Zeit spielt momentan für Hertha.
Die englischen Klubs sind ohne weiteres bereit, den Marktwert von 20 Millionen Euro zu zahlen. Eichhorn gilt bei Manchester und Liverpool als Investition für die Zukunft, obwohl er wegen des Brexit als Minderjähriger erst nächste Saison, nach seinem 18. Geburtstag (27. Juli 2027), spielen darf. Ein Wechsel auf die Insel ist in diesem Sommer nicht möglich, der Erwerb der Transferrechte schon.
Eichhorn und der Brexit: Wird Leverkusen der Nutznießer?
Im Falle von Manchester City kommt dabei Bayer Leverkusen ins Spiel. Die Pläne sind bekannt: Eichhorn soll in Leverkusen geparkt werden und in der neuen Saison in der Bundesliga spielen, bevor er dann nach England wechseln darf. Der Deal wäre kompliziert, aber machbar. Auch Liverpool hat ähnliche Gedankenspiele und will Eichhorn sofort weiter verleihen.
Der Preis für Eichhorn liegt de facto jetzt schon bei 20 Millionen Euro. Und der ist auch mehr als gerechtfertigt. Zum Vergleich, wie Marktwerte bei Ausnahmetalenten explodieren, braucht man nur Ibo Maza (20) anschauen. Vergangene Saison verkaufte ihn Hertha für 12 Millionen Euro, jetzt ist er bereits nach einer Saison bei Leverkusen 45 Millionen Euro wert.

20 Millionen Euro Marktwert durch Handgeld?
Jetzt kolportierte die Sportbild, dass Eichhorns Berater angeblich eine sogenannte Signing Fee (früher hieß es Handgeld) von 10 Millionen Euro mit den Bundesliga-Klubs aushandeln wollte. Mit der noch bis Juni geltenden Ablösesumme käme man dann auf den realen Marktwert des blau-weißen Superjuwels. Für Dortmund und Bayern ist das jetzt angeblich zu teuer.
Oder besser gesagt: Beide Klubs kommen zur Erkenntnis, dass Eichhorn nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist. Besonders nicht, wenn der Juni und damit die Frist für die Ausstiegsklausel abgelaufen ist. Leverkusen ist dagegen weiter im Poker um Eichhorn mit drin und da gibt es immer wieder die Verbindung mit Manchester City …



