Hertha BSC

Eichhorn-Poker bei Hertha: Darum drängelt der FC Bayern

Ein Medienbericht schreibt von einer im Juni auslaufenden Frist für Eichhorns Ausstiegsklausel. Danach würde der Preis erheblich steigen.

Author - Wolfgang Heise
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Kennet Eichhorn steht eine rosige Zukunft bevor. Das Wunderkind von Hertha BSC hat Angebote von Topklubs aus ganz Europa.
Kennet Eichhorn steht eine rosige Zukunft bevor. Das Wunderkind von Hertha BSC hat Angebote von Topklubs aus ganz Europa.O.Behrendt/imago

Ganz Europa jagt Wunderkind Kennet Eichhorn (16). Die Spannung steigt: Wo geht das Superjuwel von Hertha BSC hin? Ganz vorne im Rennen sind der FC Bayern und der FC Liverpool, der Eichhorn eigentlich schon im Winter verpflichten wollte. Die Münchner werden im Werben jetzt immer hartnäckiger. Und das hat einen Grund.

Spekulation um Frist für Ausstiegsklausel

Die kolportierte Ausstiegsklausel bei einer Ablösesumme von rund 12 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler innerhalb Deutschlands soll eine zeitliche Frist beinhalten. Das berichtete die Berliner Morgenpost. Sie soll bereits im Juni enden und nicht erst am Ende der Sommertransferperiode in drei Monaten.

Das würde heißen: Spätestens ab Juli ist die Ablösesumme zwischen Hertha und einem interessierten Klub wieder frei verhandelbar. Es könnte der Zeit-Joker für die Blau-Weißen werden, je länger der Poker dauert, desto mehr Millionen könnte es geben.

Bayerns Manager Max Eberl will Kennet Eichhorn von Hertha BSC zum Rekordmeister lotsen. Doch so einfach wird das nicht.
Bayerns Manager Max Eberl will Kennet Eichhorn von Hertha BSC zum Rekordmeister lotsen. Doch so einfach wird das nicht.imago/osnapix/Marcus Hirnschal

Gespräche zwischen Eichhorn und dem FC Bayern

Deswegen drängelt der FC Bayern auch so und hat sich ganz nach vorne beim Wettlauf um Eichhorn geschoben. Es gibt Signale, dass Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen das Rennen schon fast aufgegeben haben. „Wenn du Kenny Eichhorn siehst – und der FC Bayern würde sich damit nicht beschäftigen –, dann würden wir unseren Job nicht machen“, erklärte Münchens Sportvorstand Max Eberl zuletzt. Gespräche gab es längst mit Kenny und seinen Eltern, doch ein Ergebnis eben nicht.

Das liegt auch daran, dass die englischen Topklubs Manchester City und FC Liverpool hartnäckig an Eichhorn dran sind. Hier gilt auch eine andere Ablösesumme von rund 20 Millionen Euro bei der Ausstiegsklausel. Dabei bleibt aber ein Haken, über den der KURIER bereits vor zwei Wochen berichtete. Wegen Fifa-Regeln und Brexit darf der minderjährige Profi noch gar nicht in England in der nächsten Saison spielen, im EU-Land Spanien zum Beispiel schon. Eichhorn feiert erst am 27. Juli 2027 seinen 18. Geburtstag, erst danach dürfte er für ManCity oder Liverpool auflaufen.

Kennet Eichhorn beim Training von Hertha BSC. Das Ausnahmetalent könnte zum Trainingsauftakt am 29. Juni noch immer bei Hertha sein.
Kennet Eichhorn beim Training von Hertha BSC. Das Ausnahmetalent könnte zum Trainingsauftakt am 29. Juni noch immer bei Hertha sein.imago/nordphoto GmbH/Engler

Eichhorn, Brexit und wilde Theorien aus England

Von der Insel schwappen jetzt die wildesten Theorien herüber. Von der britischen Einbürgerung bis zum brasilianischen Modell, bei dem ein Vertrag mit einem Minderjährigen erst eine Gültigkeit mit dem 18. Lebensjahr besitzt. Die wahrscheinlichste Variante bleibt trotzdem ein jetziger Kauf mit sofortiger Ausleihe zu einem anderen Klub. Das bedarf aber einer Ausnahmegenehmigung durch die Fifa und Uefa mit einem juristischen Trick.

Denn die Regeln besagen nur, dass ein Transfer, also ein Wechsel, wegen des Schutzes Minderjähriger nach Großbritannien nicht erlaubt ist. In der Praxis findet aber gar kein Wechsel statt, sondern nur der Erwerb der Transferrechte. Darum geht es im Kern.

Deswegen haben sowohl ManCity (Leihe nach Leverkusen) und Liverpool (Leihe zu einem Klub in einem EU-Land) genau diese Gedankenspiele, um sich Eichhorn langfristig zu sichern. Trotzdem wird so ein Wechsel kompliziert. Am Ende entscheidet Eichhorn mit seinen Eltern, wo er nächste Saison spielen wird. Je länger es dauert, desto besser ist es für Herthas Vereinskasse.