Hertha BSC verschenkt zum vierten Mal in Folge den Sieg. Nur 2:2 beim Karlsruher SC, davor ein 0:0 gegen Schalke, ein 1:1 gegen Bielefeld und ein 3:3 in Fürth. Nur vier Punkte, statt zwölf geholt. Oder: Nur 30 Zähler, statt 38, damit wären die Blau-Weißen jetzt schon auf einem Aufstiegsplatz.
Hätte, wäre, wenn sind Konjunktive für Verlierer. Eine Niederlage gab es zuletzt vor diesen vier Remis mit dem 0:2 gegen Magdeburg. Diese Heimniederlage hat die Blau-Weißen nach dem Höhenflug mit fünf Ligasiegen in Folge ausgebremst. Hertha hat mal wieder Baustellen, die für Stau im Aufstiegsrennen sorgen. Beim Saisonstart gab es eine Verletztenmisere, bei der Trainer Stefan Leitl improvisieren musste. Als fast alle Spieler wieder gesund waren, rollte es über Wochen perfekt auf der blau-weißen Straße.
Unkonzentrierte Fahrlässigkeit bei den Toren
Und jetzt? Das Spielgerüst im Mittelfeld in Karlsruhe war gut, trotz des Ausfalls von Kenny Eichhorn. Die Baustellen sind jetzt mal hinten, mal vorne und manchmal treten sie gemeinsam auf. In Karlsruhe war mal wieder beides der Fall. Herthas Sturm ist nicht gut genug, um die Schwächen in der Defensive auszugleichen oder umgekehrt. Die Abwehr kann nicht alle Fehlschüsse im Angriff wettmachen.
Gegen Schalke noch eine Top-Abwehr, diesmal tauchte bei beiden Toren unkonzentrierte Fahrlässigkeit wie ein 20 Zentimeter tiefes Schlagloch im Asphalt auf. Das hatte dann so im Hertha-Auto gerumpelt, dass für den Sturm das Navigationsgerät vor dem Tor ausfiel. Luca Schuler versemmelte drei Hochkaräter. An ihm es alleine auszumachen, wäre ungerecht. Auch andere vergaben ihre Möglichkeiten.
Das ist einfach zu wenig. Nach 19 Spielen nur 23 Tore geschossen, Hertha hat den sechsschlechtesten Sturm der Zweiten Liga. Spitzenreiter Schalke traf tatsächlich noch einmal weniger, doch die Gelsenkirchner haben sich noch mit Edin Dzeko verstärkt. Und sie haben bisher nur zehn Gegentreffer kassiert und so die Siege gesammelt. Hertha hat zwar noch immer mit nur 18 Gegentreffern die zweitbeste Abwehr. Doch es reicht einfach nicht.
Die einzige Hoffnung bleibt, dass Stürmer Dawid Kownacki endlich in dieser Saison nach viel Verletzungspech in Tritt kommt, sonst ist in vier Wochen das Aufstiegsrennen nach zu viel Staus beendet.


