Die Krankenversicherten müssen sich wohl besser warm anziehen: Dr. Jens Baas, Vorstandschef der Techniker Krankenkasse (TK), rechnet mit spürbaren Beitragserhöhungen im kommenden Jahr – und widerspricht damit den beruhigenden Aussagen aus dem Bundesgesundheitsministerium.
Der offiziell kommunizierte Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent sei laut Baas ein „Kommunikationskniff“. Tatsächlich werde der Durchschnitt wohl eher bei 3,1 bis 3,3 Prozent liegen. Sein Fazit gegenüber dem Handelsblatt: „Wer heute liest: ‚Alles bleibt stabil‘, bekommt am 1. Januar womöglich dennoch einen Brief mit einer Erhöhung. Das ist unglückliche Kommunikation.“
TK-Chef warnt vor Beitragsschock bei allen Krankenkassen
Besonders kritisch sieht Baas das Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Zwei Milliarden Euro seien schlicht zu wenig, um die strukturellen Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu lösen. „Das Sparpaket ist zu klein, und ob es überhaupt vollständig greift, ist fraglich“, so Baas. Er wirft der Ministerin vor, die Lage schönzureden: „Die Formulierung lädt zur falschen Interpretation ein.“

Selbst die größte Krankenkasse Deutschlands hat Probleme
Die Leistungsausgaben der Kassen steigen 2025 stärker als erwartet. Viele Kassen haben ihre Beiträge bereits erhöht, um Mindestreserven aufzubauen – doch das reicht nicht. Selbst die TK steht unter Druck! Und sie ist mit mehr als zwölf Millionen Versicherten (Stand: April 2025) die größte Krankenkasse Deutschlands.
„Die TK wird ungefähr bei der Mindestrücklage liegen. Aber auch diese ist kein wirklich komfortabler Puffer.“ Besonders ärgerlich findet Baas, dass gut wirtschaftende Kassen benachteiligt werden: „Wer heute solide aufbaut, könnte morgen bestraft werden.“



