Zwischen 2010 und 2019 erhöhte sich die Zahl der Konsumenten europaweit im Schnitt um 27 Prozent. imago stock&people

Kaum geraucht, schon im Kopf. Immer mehr Menschen konsumieren Cannabis, das schon nach wenigen Sekunden bis Minuten zum Rausch führt. Zwischen 2010 und 2019 erhöhte sich die Zahl der Konsumenten europaweit im Schnitt um 27 Prozent, wie eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt. Und dabei wird das Konsumverhalten immer riskanter.

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Wie viele Menschen konsumieren in Deutschland Cannabis?

Aktuelle Daten der  Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung belegen, dass bundesweit 10,4 Prozent der 12- bis 17-Jährigen Cannabis schon einmal konsumiert haben. Bei den 18- bis 25-Jährigen sind es bereits 46,4 Prozent. Der aktuelle Jahresbericht der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht kommt zu dem Ergebnis, dass knapp 3,5 Millionen Menschen in Deutschland im vergangenen Jahr Cannabis geraucht haben. Rechnet man eine Dunkelziffer von rund 40 Prozent ein, die Studien zufolge realistisch ist, kommt man auf fast 5 Millionen Menschen.

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Worum geht es in der aktuellen Cannabis -Studie?

Der Studie zufolge stieg der Anteil der Cannabiskonsumenten im vergangenen Jahrzehnt von 3,1 auf 3,9 Prozent in der Altersgruppe zwischen 15 und 64 Jahren. Das ist ein Plus von mehr als einem Viertel. Den stärksten Anstieg gab es bei den 35- bis 64-Jährigen.

Zudem lag der Anteil der Menschen, die nach eigenen Angaben im zurückliegenden Monat täglich oder fast täglich Cannabis konsumierten, in jedem zweiten europäischen Land bei mehr als 20 Prozent, in Portugal sogar bei 70 Prozent. Solch ein häufiger Konsum gilt als besonders riskant.

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Immerhin wurde europaweit ein Anstieg der Behandlungen wegen eines problematischen Cannabis­konsums um etwa 30 Prozent beobachtet. „Möglicherweise ist mit der Zunahme des durchschnittlichen THC-Gehalts auch eine Zunahme der Gesundheitsgefahren für die Konsumierenden verbunden. Das müssen weitere Untersuchungen klären“, so Studienleiter Dr. Jakob Manthey.

Das Kiffen wird immer beliebter. imago stock&people

Warum ist regelmäßiger Cannabis-Konsum so schädlich?

Cannabis hat starken Einfluss auf die Stimmung: Es kann zu einer Niedergeschlagenheit, Unruhe und Angst führen. Die innere Unruhe kann sich auch in Körperbewegungen äußern, die ziellos oder fahrig wirken können. Auch Panikreaktionen und Verwirrtheit mit Verfolgungsfantasien bis hin zu paranoiden Wahnvorstellungen können auftreten.

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„Je früher, je häufiger und je intensiver Cannabis konsumiert wird, desto höher ist das Risiko langfristiger gesundheitlicher Folgen wie beispielsweise Depressionen, Psychosen, kognitiver Defizite sowie Suchtgefährdung“, erklärt Prof. Dr. med. Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

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THC (Tetrahydrocannabinol), dem der Hauptanteil der berauschenden Wirkung von Cannabis zugesprochen wird, manipuliert außerdem das körpereigene Cannabinoidsystem. Dieses System steuert viele Funktionen. So kann Cannabis etwa die Informationsverarbeitung im Gehirn beeinflussen, insbesondere das Arbeits- und Kurzzeitgedächtnis. Deswegen ist das Abspeichern und Verarbeiten neuer Informationen unter Einfluss von THC nur begrenzt möglich.