Bitte alle mal herschauen, das ist ein Ball! Manuel Baum, Trainer des Bundesligaschlusslichtes, muss den Schalkern jetzt die Grundlagen des Spiels vermitteln.  Foto: imago images/DeFodi

Neulich in Gelsenkirchen. Die Schalke-Kabine. Trainer Manuel Baum  versammelt seine Kicker um sich und fängt an zu reden. „Jungs, wir fangen noch mal ganz von vorne an. Schaut her, das ist ein Ball!“ Tönt es aus der hintersten Ecke: „Trainer, kannst du das Ding noch mal hochhalten? Ich hab so etwas noch nie gesehen!“

Okay, okay. Böser Scherz. Obwohl man durchaus mal fragen könnte, was die königsblauen Profis beruflich so machen. Fußball spielen wohl eher nicht. Man mag nicht mal mehr witzeln, dass die einstmals so stolzen  Königsblauen eher königsmau daherkommen. Das wäre untertrieben. Ihre Ausbeute wird immer tasmanischer. 

Der Negativrekord der Liga liegt bei 31 sieglosen Spielen in Folge. Gehalten von den Gropiusstädtern bzw. deren Vorläuferverein. Was kaum einer für möglich gehalten hat, Schalke droht ernsthaft, diese schwarze Marke einzustellen. 27 Spiele in Folge sind es nun saisonübergreifend. Tasmania bangt nun ernsthaft um sein Alleinstellungsmerkmal. 

„Wir wollen unseren Rekord nicht verlieren“, sagte Almir Numic, Vorstandsvorsitzender des schlechtesten Klubs in 57 Jahren Bundesligageschichte, jüngst dem Kicker. „Das ist seit Jahrzehnten unser Rekord. Der gehört zur Tasmania-Identität.“ Natürlich ist das nichts, auf das man eigentlich stolz sein kann. Aber es ist Jahr für Jahr kostenlose Werbung für den Oberligisten. Kein Fußballfan, der Tas nicht kennt!

„Wir kommen immer näher ran und werden auf gar keinen Fall aufgeben“,  hatte Baum noch am Sonntag erklärt und meinte eigentlich ein Erfolgserlebnis. Man kann das auch anders verstehen. Denn Schalke schickt sich an, diese Negativbilanz zu pulverisieren! Nur vier Spiele bleiben noch, um das zu verhindern.

Uths Ausfall tut weh

Als würde der Abstiegskampf nicht  schon genug aufs Gemüt drücken. Das Näherrücken dieser Marke nagt zusätzlich an der Psyche des Schlusslichtes. In Augsburg wurde am Wochenende trotz Überzahl ein 2:1-Vorsprung nicht über die Zeit gerettet. Der Horror-Unfall von Mark Uth - Kurier berichtete - macht die Perspektiven kaum besser. Der Ausfall des Stürmers bedeutet eine zusätzliche Schwächung des krisengeplagten Traditionsklubs.

Baum macht unverdrossen auf Optimismus. Doch es klingt wie das berühmte Pfeifen im Walde, wenn er vor dem Kick gegen Freiburg (Mittwoch, 18.30 Uhr) sagt: „In den nächsten zwei Spielen werden wir wieder alles reinhauen, was wir haben, sodass wir uns dann mindestens den ersten Dreier unter den Weihnachtsbaum legen.“

So richtig daran glauben fällt schwer. Auch wenn nach Freiburg mit Bielefeld kurz vor dem Fest ein Gegner kommt, der auch nicht gerade Bäume ausreißt.