Mit seiner Ernährung kann man dem Gehirn erheblichen Schaden zufügen. imago/Science Photo Library

Hätten Sie es gewusst? Unsere Ernährung hat heute schon Auswirkungen auf unser Leben im Alter. Denn bestimmte Lebensmittel können das Demenz-Risiko erhöhen. Die US-Ärztin Dr. Uma Naidoo ist Ernährungspsychiaterin, Gehirnexpertin und Fakultätsmitglied an der Harvard Medical School. In einem Beitrag für das US-Nachrichtenportal CNBC verriet sie: Diese fünf Lebensmittel sind schlecht fürs Gehirn.

Zucker ist schlecht fürs Gehirn

Zugesetzter oder freier Zucker ist schlecht fürs Gehirn. Gesund hingegen ist Zucker, der in Obst oder Gemüse steckt. Doch Lebensmittel mit zugesetztem Zucker oder Honig, aber auch der freie Zucker in ausgepressten Fruchtsäften und Smoothies führen zu einem hohen Überschuss an Glukose im Gehirn.

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Das Gehirn verwendet Energie in Form von Glukose, um die Zellaktivitäten anzutreiben. Eine zu zuckerreiche Ernährung kann jedoch zu überschüssiger Glukose im Gehirn führen, was Studien mit Gedächtnisstörungen und einer geringeren Plastizität des Hippocampus in Verbindung gebracht haben – dem Teil des Gehirns, der das Gedächtnis steuert.

Obwohl jeder Körper unterschiedliche Bedürfnisse hat, lauten die Empfehlungen der Experten, dass Frauen nicht mehr als 25 Gramm zugesetzten Zucker pro Tag konsumieren und Männer unter 36 Gramm zugesetztem Zucker pro Tag bleiben sollten.

Tipp: Um herauszufinden, ob ein verpacktes Lebensmittel zugesetzten Zucker enthält und wie viel, überprüfen Sie die Zeile „davon Zucker“ in der Nährwerttabelle.

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Genuss oder Fruchtbombe? In vielen Smoothies steckt zu viel Zucker. dpa/Christin Klose

Frittierte Lebensmittel schaden dem Gedächtnis

Pommes, Fish and Chips und Hähnchennuggets – läuft Ihnen bereits das Wasser im Mund zusammen? Wenn es um die Gesundheit Ihres Gehirns geht, lohnt es sich jedoch, die Menge an frittierten Lebensmitteln, die Sie essen, zu reduzieren. Tatsächlich fand eine Studie heraus, dass eine Ernährung mit viel frittiertem Essen mit niedrigeren Lern- und Gedächtniswerten verbunden war. Der wahrscheinliche Grund: Frittierte Lebensmittel verursachen Entzündungen, die die Blutgefäße schädigen können, die das Gehirn mit Blut versorgen.

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Tipp: Reduzieren Sie Ihren Konsum: Wenn Sie täglich frittierte Lebensmittel essen, wechseln Sie zu wöchentlich. Wenn es eine wöchentliche Gewohnheit ist, versuchen Sie, sie nur einmal im Monat zu genießen. Wenn Sie keine frittierten Speisen essen, sind Sie bereits auf dem Weg in glücklichere Zeiten!

Wenn es um die Gesundheit Ihres Gehirns geht, lohnt es sich jedoch, die Menge an frittierten Lebensmitteln, die Sie essen, zu reduzieren dpa/Tobias Hase

Lebensmittel mit hohem glykämischen Index sind schlecht fürs Gehirn

Auch wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel – zum Beispiel Brot, Nudeln und alles andere aus raffiniertem Mehl –

nicht süß schmecken, verarbeitet Ihr Körper sie dennoch auf die gleiche Weise wie Zucker.

Das bedeutet, dass sie auch Ihr Risiko für Depressionen und Demenz erhöhen können. „Keine Panik, ich werde nicht vorschlagen, Kohlenhydrate vollständig aus Ihrer Ernährung zu streichen! Aber die Qualität der Kohlenhydrate, die Sie essen, ist wichtig“, warnt Medizinerin Dr. Uma Naidoo.

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Kohlenhydrate von „besserer Qualität“ sind demnach Vollkornprodukte, ballaststoffreiche Lebensmittel und solche mit niedrigem glykämischen Index (GI). Der GI ist ein Maß dafür, wie schnell Lebensmittel in Glukose umgewandelt werden, wenn sie während der Verdauung abgebaut werden; je schneller ein Lebensmittel im Körper in Glukose umgewandelt wird, desto höher ist sein GI-Ranking.

Tipp: Zu den Kohlenhydraten mit hohem GI gehören Kartoffeln, Weißbrot und weißer Reis. Honig, Orangensaft und Vollkornbrot sind Lebensmittel mit mittlerem GI. Zu den Lebensmitteln mit niedrigem GI gehören grünes Gemüse, die meisten Früchte, rohe Karotten, Kidneybohnen, Kichererbsen und Linsen.

Kartoffeln haben einen hohen glykämischen Index und sind deshalb nicht so gut für das Gehirn. imago/shotshop

Zu viel Alkohol schadet dem Gehirn

Archana Singh-Manoux, Forschungsprofessorin und Direktorin am französischen Institut für Gesundheit und medizinische Forschung, und ihre Kollegen haben 9087 Menschen über 23 Jahre hinweg beobachtet, um zu sehen, wie Alkohol mit dem Auftreten von Demenz zusammenhängt.

2018 berichteten sie, dass Menschen, die komplett auf Alkohol verzichteten oder mehr als 14 Getränke pro Woche konsumierten, ein höheres Demenzrisiko hatten als diejenigen, die Alkohol in Maßen tranken.

Tipp: Im Allgemeinen gelten Männer, die mindestens einmal im Monat mehr als 14 Drinks pro Woche oder mehr als vier Drinks an einem Tag konsumieren, als starke Trinker. Das gilt auch für Frauen, die mehr als sieben Drinks pro Woche oder drei Drinks pro Tag trinken. Aber verschiedene Menschen (und ihre Gehirne) reagieren unterschiedlich auf Alkoholmissbrauch.

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Zu viel Alkohol schadet nachweislich dem Gehirn. imago images/Shotshop

Lebensmittel mit Nitraten schaden dem Gehirn

Nitrate werden als Konservierungsmittel und zur Farbverstärkung in Aufschnitten und Wurstwaren wie Speck, Salami und Wurst verwendet und können mit Depressionen in Verbindung gebracht werden.

Eine kürzlich durchgeführte Studie legt sogar nahe, dass Nitrate Darmbakterien so verändern können, dass sie den Ausschlag für eine bipolare Störung (psychische Erkrankung )geben.

Tipp: Wenn Sie ohne Salami und Co. einfach nicht leben können, suchen Sie nach solchen, die Buchweizenmehl enthalten, das als Füllstoff verwendet wird. Buchweizenmehl enthält wichtige Antioxidantien, die einigen der negativen gesundheitlichen Auswirkungen dieses Fleisches entgegenwirken können.

Wurstaufschnitt wie Salami ist schlecht für das Gehirn. IMAGO/Panthermedia