Das Wetter dreht auf: Ab Donnerstag fegt der Monster-Orkan über Deutschland. Fotos: imago/Panthermedia, imago/Andreas Gora, wetter.net

Langsam wird es ernst. Es zieht ein heftiger Sturm auf West- und Mitteleuropa zu, und der erwartete Orkan wird dann auch uns in Deutschland mit gehöriger Wucht treffen. Los geht es schon in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Jetzt hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung für ganz Berlin und Brandenburg ab Mittwochnacht 22 Uhr herausgegeben. Was Sie jetzt wissen müssen und wo der Orkan richtig gefährlich wird, berichten wir hier.

Was für ein Wetter erwartet uns in den kommenden Tagen?

„In dieser Woche wird es richtig stürmisch. Ab Donnerstag rechnen fast alle Wettermodelle auch in Deutschland mit Sturm und sogar Orkanböen. Die Frage ist nur, wo genau der Schwerpunkt liegen wird“, sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer beim Wetterdienst Q.met gegenüber dem Wetterportal wetter.net.

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Von Donnerstag bis Sonnabend soll es in ganz Deutschland sehr stürmisch werden. „Es besteht Orkangefahr und die Gefahr von Sturmfluten. Details müssen wir aber noch abwarten“, erklärt Jung.

Wo wird das Wetter mit dem Orkan am heftigsten wüten?

Die beiden Orkantiefs bringen dem Norden und der Mitte des Landes schweren Sturm, auch im Süden ist mit Sturmböen zu rechnen, aber da könnte es nicht ganz so heftig zur Sache gehen. Selbst im Binnenland werden in der Mitte und im Norden Böen um 110 bis 120 km/h erwartet.

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Wie wird es in Berlin und Brandenburg?

Ab dem Mittwochabend macht sich der Sturm in Berlin und Brandenburg bemerkbar. In  der Nacht zum Donnerstag müssen sich die Menschen laut DWD demnach auf schwere Sturmböen gefasst machen - auch Orkanböen mit Geschwindigkeiten über 120 Stundenkilometern sind laut dem Sprecher des DWD nicht ausgeschlossen. Für den ganzen Donnerstag hat der DWD eine Unwettervorwarnung ausgesprochen. Erst zum Abend soll der Wind wieder abflauen.

Wegen der Sturmgefahr kündigte der Zoo Berlin an, Zoo und Tierpark am Donnerstag nicht für den Besucherverkehr zu öffnen. „Wir hoffen sehr, dass wir von größeren Schäden verschont bleiben“, teilte Direktor Andreas Knierim mit. Sollten größere Sturmschäden ausbleiben, wolle man den Betrieb am Freitag regulär wieder aufnehmen. Das Aquarium soll am Donnerstag wie gewohnt öffnen. Der Bezirk Mitte warnt ausdrücklich für den 16. und 17. Februar, Grün- und Erholungsanlagen zu betreten. Auch in der Nacht auch Samstag sei noch mit Sturmböen zu rechnen.

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Es wird stürmisch. Ein Orkan droht über ganz Deutschland hinwegzuziehen. Imago/Action Pictures

Wie schlimm kann so ein Orkan-Wetter werden?

Es besteht die Gefahr eines oder sogar mehrerer Schnellläufer. Schnellläufer sind Randtiefs, die an einem Sturm- oder Orkantief ausgebildet werden und dann rasant über die jeweiligen Regionen hinwegziehen. Orkan Lothar von Dezember 1999 ist dafür ein gutes Beispiel. Die stärksten Böen wurden damals in Deutschland mit 272 km/h gemessen. Allein in Baden-Württemberg wurden am Sturmtag 13 Menschen getötet.

„Die exakte Stärke des Sturms ist noch nicht sicher und auch nicht die genaue Lage der heftigsten Entwicklungen. Dass es aber Sturm geben wird, ist schon heute sehr sicher. Für Einzelheiten müssen wir weiter abwarten“, erklärt Diplom-Meteorologe Jung.

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Warum trifft uns der Orkan überhaupt?

Schuld an der stürmischen Westwetterlage ist der sogenannte Jetstream. Das ist das Starkwindband um die Erde, das auch gerne Flugzeuge ausnutzen, um darin schneller voranzukommen. In rund 10 Kilometern Höhe haben die Winde dort eine aktuelle Geschwindigkeit von 300 km/h. Und genau dieses Starkwindband ist nun über West- und Mitteleuropa gerutscht.

Daran entlang zieht in den nächsten Tagen ein Sturmtief nach dem anderen, und dabei bekommen wir schwere Stürme und Orkanböen ab. Die Sturmlage wird bis Sonntag anhalten, vermutlich sogar noch länger. Die stärksten Windentwicklungen wird es wohl Donnerstag und Freitag sowie in der Nacht zum Sonnabend  geben.