Die DEFA hat zu DDR-Zeiten viele Filme hervorgebracht, die heute – Jahrzehnte nach dem Ende der DDR – teilweise vergessen sind. Doch ab und an werden sie wieder hervorgezaubert und sind plötzlich im Fernsehprogramm zu sehen. Ein Film-Klassiker aus dem Osten, den Sie am Wochenende nicht verpassen sollten, ist „Rotfuchs“, der am Samstag nun wieder im MDR gezeigt wird. Wir erinnern an den Streifen und seine Geschichte – und verraten, was ihn so besonders macht.
Manche Filme aus der DDR sind heute fast vergessen
Wenn man heute an Filme aus der DDR denkt, dann werden oft die immer gleichen Streifen erwähnt – „Spur der Steine“ und „Die Legende von Paul und Paula“ etwa, aber auch Märchen wie „Die Geschichte vom kleinen Muck“ oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Doch die Filmwelt der DDR hatte noch viel mehr zu bieten.
Erinnern Sie sich etwa noch an den Streifen „Rotfuchs“, der von der DEFA für das DDR-Fernsehen produziert wurde? Er gehört zu den beliebten Filmen im Osten. Das kann man auch an seinen Ausstrahlungen sehen: Der Film wurde am 24. Dezember 1973 erstmals im 1. Programm des DDR-Fernsehens gezeigt, ein besonderes Weihnachtsgeschenk an die Zuschauer. Danach wurde der Streifen „Rotfuchs“ allein bis zur Wende elfmal wiederholt.

Erinnern Sie sich an die Story? „Rotfuchs“ dreht sich um die rothaarige junge Frau Eva Kolinauke, die als Kind in einem Boot ausgesetzt und von einem Schleusenmeister adoptiert wurde. Mit 28 Jahren arbeitet sie bei der Post in einem kleinen Ort und ist bei allen Anwohnern beliebt. Einen Mann an ihrer Seite hat sie aber noch nicht gefunden. Dann lernt sie einen Binnenschiffer kennen, der bei ihr zum „Fenstern“ kommt. Als Eva schwanger wird, muss Jon ihr allerdings gestehen, dass er bereits verlobt ist.
Die Story: Darum ging es im Film „Rotfuchs“
Nachdem das Kind zur Welt gekommen ist, findet Eva interessante Wege, sich in das Leben des Binnenschiffers einzuschleichen – schließlich muss er ständig durch ihre Schleuse! Wird es ihr gelingen, sein Herz zu erobern und ihn den Armen seiner Verlobten, mit der er vielleicht gar nicht hundertprozentig glücklich ist, zu entreißen?
Das erfahren die Zuschauer in der seichten Romanze „Rotfuchs“ – wer sie noch nicht kennt, kann am Samstag einschalten. Frühes Aufstehen ist allerdings angesagt: Der Film wird im MDR bereits um 9.05 Uhr am Morgen gezeigt.

Schauspielerisch bekommt „Rotfuchs“ übrigens von Angelika Waller und Jürgen Zartmann Leben eingehaucht – die Schauspieler schlüpfen in die Rollen von Eva und Jon.
Für Waller, die bereits zuvor in Filmen wie „Die Glatzkopfbande“ und „Das Kaninchen bin ich“ vor der Kamera gestanden hatte, war die Rolle in „Rotfuchs“ der große Durchbruch als Schauspielerin. Zahlreiche weitere Rollen folgten, unter anderem auch in „Polizeiruf 110“ und in „Der Staatsanwalt hat das Wort“. Sie stand zuletzt unter anderem in „Letzte Spur Berlin“ vor der Kamera.
„Rotfuchs“ war der Durchbruch für zwei DDR-Stars
An ihrer Seite: Jürgen Zartmann. Auch er wurde mit „Rotfuchs“ bekannt – denn der Film machte den jungen Mann damals zum absoluten Mädchenschwarm! In der Folge stand er unter anderem in der populären DDR-Serie „Zur See“ vor der Kamera, spielte bei „Treffpunkt Flughafen“ und bei „Polizeiruf 110“ mit.
Nach der Wende machte er, wie auch Waller, gesamtdeutsch Karriere, führte zwischendurch sogar Regie bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Zartmann war auch in „In aller Freundschaft“, „Unser Charly“, „Tierärztin Dr. Mertens“ und „Für alle Fälle Stefanie“ zu sehen.


