An den Namen, die Eltern ihren Kindern geben, lässt sich vieles ablesen. Sie spiegeln gesellschaftliche Trends wider, sind aber auch Traditionen verhaftet, sie zeigen internationale Einflüsse und sie sind Ausdruck von Sehnsüchten. In der DDR waren Vornamen zudem von sozialistischen Vorbildern geprägt, aber auch durch den Wunsch nach Individualität.
Beliebte Vornamen in der DDR im Wandel der Jahrzehnte
Die Vornamen der frühen DDR‑Jahrgänge in der Zeit des Neuaufbaus waren dennoch geprägt von klassischen, bodenständigen Namen. Eltern setzten auf Verlässlichkeit: Ihre Töchter nannten sie Karin, Ute, Gabriele, bei den Jungen waren Peter, Jürgen, Wolfgang beliebt.
In den 60er-Jahren wurden den Babys modernere Namen gegeben, beliebt bei Mädchen waren Kerstin, Heike, Anja. Bei den Jungen wählten Eltern häufig Andreas, Thomas, Jens.

Ab den 70er-Jahren schwappten englisch klingende Namen in die DDR, man wurde weltoffen und war inspiriert von Sport, Filmen und Popmusik. Mandy, Sandy, Peggy, Nancy bei Mädchen und Ronny, Maik/Mike, Enrico, Mario, Marco bei Jungen wurden geradezu Kultnamen. Diese Vornamen galten als modern, waren aber auch etwas rebellisch.
Dieser Trend verstärkte sich in den 80ern. Namen wie Denny, Cindy, Yvonne, Jacqueline oder Rico, Silvio, Kevin tauchten immer häufiger auf. Gleichzeitig blieben Klassiker wie Andrea oder Stefan stabil.
Die beliebtesten Vornamen in der DDR
- Andrea
- Anja
- Bianka
- Claudia
- Cindy
- Diana
- Gabriele
- Heike
- Jacqueline
- Janine
- Karin
- Katrin
- Kerstin
- Mandy
- Nancy
- Petra
- Peggy
- Sabine
- Sandra
- Ute
- Bernd
- Enrico
- Frank
- Holger
- Jens
- Maik/Mike
- Marco
- Mario
- Matthias
- Michael
- Mirko
- Peter
- Rico
- Ronny
- Silvio
- Stefan
- Sven
- Thomas
- Torsten


