Das DDR-Raketenschiff „Hans Beimler“ hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Gebaut wurde es zwischen 1984 und 1986 in Russland. Zugleich war es das letzte von fünf Schiffen dieser Baureihe, die für die Volksmarine entstanden sind. Doch warum heißt das Kriegsschiff „Hans Beimler“? Welche Geschichte verbirgt sich dahinter?
Name geht auf kommunistischen Politiker zurück
Die Namensgebung geht auf den deutschen Politiker Hans Beimler zurück. Er war kommunistischer Reichstagsabgeordneter und kam am 2. Juli 1895 in München zur Welt. Besonders in Erinnerung geblieben ist er als politischer Kommissar des „Thälmann-Bataillons“ der elften Internationalen Brigade im Spanischen Bürgerkrieg.
Hans Beimler wird ins KZ Dachau gebracht
Zu seinem Wirken gehörte noch mehr. Beimler war ein Gegner des Nazi-Regimes und wurde schon früh von den Nationalsozialisten verfolgt. Nach Wochen illegaler Arbeit wurde er am 11. April 1933 verhaftet, im Münchner Polizeipräsidium gefoltert und ins KZ Dachau gebracht. In der Nacht auf den 9. Mai 1933 gelang ihm die Flucht aus dem Lager.
Nach Wochen des Unterschlupfs bei Gleichgesinnten in Bayern gelang es ihm, nach Prag zu flüchten. Bis 1936 arbeitete er unter Emigranten in Prag und Zürich.

Beimler stirbt bei Mission in Spanien
Im Sommer desselben Jahres leitete das Zentralkomitee der KPD von Paris aus die Unterstützung der spanischen Republikaner ein. Beimler fuhr nach Barcelona, um mit der Aufstellung des „Thälmann-Bataillons“ und der Internationalen Brigaden die republikanische Seite zu unterstützen. Mit seiner Hilfe konnte ein deutschsprachiger Sender für die Antifaschisten in Barcelona in Betrieb genommen werden.
Beimler, politischer Kommissar, war dann auch einer der ersten Freiwilligen, die in diesen Brigaden für die Spanische Republik kämpften. Am 1. Dezember 1936 ging Beimler in eine Hohlgasse in der Nähe eines Gebäudekomplexes, um die Stellungen der beiden deutschen Bataillone zu besichtigen. Dabei wurden er und einer seiner Begleiter in Madrid erschossen.
DDR versteht sich als antifaschistischen Staat
Für die DDR, die sich selbst als antifaschistischen Staat verstand, galten Personen wie Beimler als Vorbilder. Der gebürtige Münchner kämpfte aktiv gegen den Nationalsozialismus, vertrat kommunistische Ideale und riskierte im antifaschistischen Kampf in Spanien sein Leben – mit tragischem Ausgang.
Gerade wegen solcher Lebensgeschichten sind viele Einrichtungen, Straßen oder militärische Fahrzeuge oder Flugzeuge aus der ehemaligen DDR nach diesen Persönlichkeiten benannt.

Volksmarine benennt viele Schiffe nach Persönlichkeiten
Bei Schiffen war es nicht anders. Die Volksmarine benannte mehrere Schiffe nach antifaschistischen Persönlichkeiten – unter anderem eines ihrer Raketenschiffe nach Hans Beimler.
Damit wollte man die Tradition des antifaschistischen Kampfes symbolisieren, politische Identifikation innerhalb der Streitkräfte fördern und die ideologische Verbindung zwischen Militär und Staatsdoktrin stärken.
Die „Hans Beimler“ ist heute ein Museumsschiff
Heute ist die „Hans Beimler“ ein Museumsschiff und soll wieder weitgehend instand gesetzt werden. Nun hat das ehemalige Raketenschiff eine wichtige Hürde genommen und auf dem Rückweg von der Wolgaster Peene-Werft die dortige Klappbrücke passiert.
Dabei gab es einen unerwarteten Zwischenfall: Das hintere der beiden Schleppboote, die das Kriegsschiff zurück nach Peenemünde begleiteten, stellte sich quer und kollidierte mit einem eingerammten Pfahl (Dalbe) am Leitwerk der Brücke – das Schiff wurde beschädigt.

Kosten für die Reparatur liegen bei rund 100.000 Euro
Ursprünglich sollte die „Hans Beimler“ mit dem Werftaufenthalt für die kommenden Jahre fitgemacht werden. Dabei wurde der Rumpf, der normalerweise unter Wasser liegt, neu konserviert. Auch der Mast bekam einen frischen Schutzanstrich. Zuletzt war das Schiff 1993 auf einer Werft.
Ganz fertig sind die Arbeiten aber noch nicht. In diesem Jahr soll bei einem Arbeitseinsatz auch das Deck gestrichen werden. Bisher sind die Kosten dafür mit 100.000 Euro veranschlagt.






