Deutschland steckt momentan in einer Gewitterlage fest, die durch eine Luftmassengrenze verursacht wird. Fotos: Imago/David Heerde, Imago/Christian Ohde, wetter.net

Berlin feierte am Wochenende den Sommer, bei warmen Temperaturen ging es in die Biergärten, auf die Wanderpisten und an die Badeseen der Stadt. Der Sommer ist da, jetzt kann nichts mehr schiefgehen. Oder? Ganz so einfach ist es nicht: Laut Wetter-Experten ist die Unwetter-Gefahr noch immer nicht vorüber. Ganz im Gegenteil: Meteorologe Dominik Jung von wetter.net warnt auch weiterhin vor Stürmen und Sturzfluten.

Schon in den vergangenen Tagen gab es regional Gewitter und erstaunliche Regenmengen. Bei einem Gewitter in Meuselwitz fielen fast 80 Liter Regen, bei einem weiteren Gewitter in Dillingen wurden rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen. Solche „stationären Sturzfluten“ seien seit Jahren ein Problem, erklärt Jung.

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Stürmisches Wetter bleibt, die Gewitter wollen einfach nicht wegziehen

„Die Gewitter ziehen aufgrund der fehlenden Luftströmung kaum von Ort und Stelle. Daher schüttet es meist über einige Stunden auf die gleiche Stelle und das führt eben zu den besagten Sturzfluten. Das hatten wir in den vergangenen Jahren immer wieder beobachtet. Sind das Auswirkungen des Klimawandels? Gut möglich.“

In seinem aktuellen Wetterbericht spricht Meteorologe Dominik Jung über den Tropen-Juni.

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Momentan steckt Deutschland noch im Gewitter fest. „Wir liegen im meteorologischen Niemandsland. Da gibt es ein Tief über Osteuropa und ein Hoch etwas westlich davon. Wir blubbern mittendrin rum, liegen zwischen zwei Luftmassen“, sagt Jung. „Es ist schwül und gewittrig und genau über Deutschland bilden sich an der Luftmassengrenze immer wieder Schauer und Gewitter mit Unwetterpotenzial.“ Noch dazu ist der Juni im Moment vier Grad zu warm. Jung: „Wer hätte das nach dem kalten Mai gedacht. Und der Monat bleibt warm, teilweise schwülwarm.“

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Über die kommenden Tage steigen die Temperaturen auf bis zu 28 Grad, regional gibt es Schauer und Gewitter, aber auch viel Sonnenschein. Am Wochenende wird dann voraussichtlich wieder die 30-Grad-Marke geknackt – und der Sonnabend und der Sonntag bleiben laut aktueller Prognosen trocken.

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Aber: Gefühlt ist es noch wärmer als auf dem Thermometer! Jung: „Der Tropensommer geht weiter. Die Luftmassen sind oft schwül und drückend. Da empfinden wir auch 22 oder 23 Grad wie 28, 29 oder fast 30 Grad. Die hohe Luftfeuchte ist daran schuld.“