Umweltaktivisten von Extinction Rebellion haben am Donnerstag mit mehreren Protestaktionen auf die Umweltverschmutzung durch den Kohleabbau aufmerksam gemacht. Sie haben die Spree am Regierungsviertel grün gefärbt.



Foto: Extinction Rebellion

Ein Protest von Umweltaktivisten hat am Morgen Polizei- und Feuerwehreinsätze im Berliner Regierungsviertel ausgelöst. Kurz nach 8 Uhr waren Teile der Spree nahe des Reichstages plötzlich grün gefärbt. Kurz darauf bekannte sich auf Twitter die Klimaschutzbewegung „Extinction Rebellion“ zu der Aktion. Auch in der brandenburgischen Lausitz und in Nordrhein-Westfalen waren Flüsse mit dem Farbstoff Uranin gefärbt worden. Uranin sei ein toxikologisch unbedenklicher Farbstoff, der von Wasser- und Abwasserbehörden zur Gewässermarkierung eingesetzt wird. 

Ein anonymer Anrufer hatte gegen 8.30 Uhr bei der Polizei angerufen und mitgeteilt, dass er im Namen von„Extinction Rebellion“ die Flüssigkeit Uranin in die Spree gekippt hatte, erklärte ein Polizeisprecher. Daraufhin waren etwa 50 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz. Es wurden unter anderem Wasserproben entnommen. Diese werden nun von vom Umweltkommissariat des Landeskriminalamtes auf Giftstoffe untersucht. „Wir schauen jetzt, ob es sich wirklich um Uranin in dem Wasser handelt“, erklärte der Sprecher der Polizei. Es wurde von Amts wegen eine Anzeige wegen des Verdachts einer Wasserverunreinigung erstattet. 

Anlass sei laut den Umweltaktivisten die Aktion „Kohle vergiftet“. Das Wasser sei eingefärbt worden, um auf die weitreichenden Schäden der Kohleförderung für Mensch und Umwelt aufmerksam zu machen. Neben dem Wasser im Regierungsviertel wurde auch die Spree in Zerre (Lausitz) und die Ruhr im nordrhein-westfälischen Düren gefärbt. Die Flüsse stehen laut Extinction Rebellion beispielhaft für eine Vielzahl an Gewässern, die durch die Kohlegewinnung verseucht wurden und werden.