Berlin feiert bald wieder den Karneval der Kulturen. Doch ein Problem aus dem Vorjahr dürfte auch dieses Mal für Ärger sorgen: Wildpinkler. Nach zahlreichen Beschwerden rüsten die Veranstalter jetzt auf, um vollgepinkelte Hauswände entlang der Karl-Marx-Allee in Friedrichshain zu verhindern. Gleichzeitig bleibt eine entscheidende Baustelle bestehen: das Geld.
Nach Kritik aus Friedrichshain: Veranstalter reagieren
Im vergangenen Jahr zog der Umzug erstmals über die Karl-Marx-Allee – und hinterließ Spuren. Anwohner beschwerten sich massiv über verschmutzte Hauseingänge und Fassaden. Besonders kritisch äußerte sich Achim Baur vom Verein Stalinbauten e.V., der sich für den Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude einsetzt. Sein Problem: Der Urin greift die empfindlichen Sandsteinfassaden an.

Trotz der heftigen Kritik bleibt die Strecke auch in diesem Jahr zentraler Schauplatz. Wieder werden Hunderttausende Besucher erwartet. Der Druck auf die Veranstalter ist also groß, eine saubere Lösung zu liefern.
Mehr Toiletten sollen Wildpinkler stoppen
Die Antwort fällt deutlich aus: mehr Infrastruktur. „Im Konzept für dieses Jahr sind mehr mobile Toiletten auf dem Umzug geplant“, erklären die Co-Leiterinnen Aissatou Binger und Anna-Maria Seifert gegenüber t-online. Konkret bedeutet das: Die Zahl der Toiletten wird verdoppelt.

Doch nicht nur die Menge soll helfen, sondern auch die Planung. Die mobilen Toiletten werden gezielt an strategisch wichtigen Punkten aufgestellt. Die Veranstalter haben aus dem Vorjahr gelernt und hoffen, dass sich so das Wildpinkeln spürbar reduziert.
Geld fehlt: Sicherheitslösung bleibt schwierig
Ein Vorschlag aus dem vergangenen Jahr sorgt allerdings weiterhin für Diskussionen: zusätzlicher Wachschutz vor besonders betroffenen Gebäuden. Doch daraus wird vorerst nichts. Der Grund ist simpel: Es fehlt das Geld.
Insgesamt klafft eine Finanzierungslücke von rund 75.000 Euro, die über Spenden gedeckt werden soll. „Das begrenzt leider auch unsere Handlungsmöglichkeiten. Was bedeutet, dass wir kein zusätzliches Sicherheitspersonal stellen können“, so Binger und Seifert.

Stattdessen setzen die Organisatoren auf andere Maßnahmen: eine engere Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und intensivere Reinigungsarbeiten nach dem Umzug. Gleichzeitig appellieren sie an die Besucher, Rücksicht zu nehmen. „Es ist unser Anliegen, dass diese Maßnahmen zu einer Verbesserung für die Anwohnenden führen.“
So teuer kann Wildpinkeln werden
Rein rechtlich ist die Lage klar: Wildpinkeln gilt als Ordnungswidrigkeit und kann teuer werden! Je nach Fall drohen Bußgelder zwischen 35 und 5000 Euro, wenn man erwischt wird.



