Als der kleine Junge am Montagmorgen in die Kita gebracht wurde, strahlte sicher sein Herz. Er freute sich bestimmt auf seine vielen Freundinnen und Freunde, die er über das Wochenende nicht gesehen hatte.
Er freute sich auf seine Erzieherinnen, bei denen er sich wohl, sicher und geborgen fühlt. Mit einem Lächeln betrat der Junge den Raum. Herzlich wurde er gedrückt. Wenige Stunden später ist davon nichts mehr übrig.
Tür ist für den Tod des Kindes verantwortlich
Am Montagmorgen kam es in der Kita „Adlerküken“ in Berlin-Niederschöneweide zu einem tragischen Unfall. Gegen 10.15 Uhr starb in der Einrichtung am Adlergestell im Bezirk Treptow-Köpenick ein fünfjähriger Junge. Ein Schock!
Wie die Berliner Polizei am Montagabend auf Anfrage des Berliner KURIER bestätigte, war eine schwere Tür Grund für das Unglück. „Das Kind ist von einer Tür verletzt worden und dann an den Nachfolgen verstorben“, sagte ein Sprecher.
Polizei überprüft die Tür gründlich
Warum die Terassentür umfiel, wie auf Fotos vom Unfallort zu sehen ist, konnte der Sprecher hingegen nicht erklären. Von außen war an einer Seite der Kita hinter rotem Flatterband eine Glastür zu sehen, die aus ihrer Halterung gerissen und nach innen in einen Raum gefallen war.
Der Sprecher warnte zugleich vor voreiligen Schlüssen oder Schuldzuweisungen. „Die Kriminalpolizei ist vor Ort und macht eine Spurensuche. Sie wird sich auch die Tür richtig angucken und überprüfen, ob es eine technische Verantwortlichkeit gibt, oder ob es eine Materialermüdung ist“, erklärte der Sprecher dem KURIER. Es werde in alle Richtungen ermittelt. Die Polizei leitete ein Todesermittlungsverfahren ein.

Die Tragödie wird für lange Zeit ein großer Schock sein - für die Familie, für die Kita-Mitarbeiter, für die Kinder. Sie mussten mit ansehen, wie 22 Sanitäter, Ärzte und Feuerwehrleute, die mit zwölf Fahrzeugen im Einsatz waren, um das Leben des Jungen kämpften. Auch zwei Hubschrauber waren im Einsatz. Mehrere Notärzte versuchten, mit Reanimationsmaßnahmen das Kind wiederzubeleben - vergeblich.
Notfallseelsorger sind im Einsatz
Zusätzlich waren Notfallseelsorger im Einsatz, um die Mitarbeiter der Kita sowie Eltern und Kinder zu betreuen. Sieben Menschen hätten die „psychosoziale Notfallversorgung“ in Anspruch genommen, wie es von der Feuerwehr hieß.
Auch 14 Feuerwehrleute hätten betreut werden müssen. Auch der Vater des verunglückten Jungen sei vor Ort gewesen und mit einem Schock zusammengebrochen, schrieb die „B.Z.“. Er sei ärztlich betreut worden.

Schockiert reagierte am Nachmittag auch die Senatsverwaltung für Bildung und Familie: „Wir sind zutiefst bestürzt über den tragischen Unfall, bei dem ein Kind in einer Kita ums Leben gekommen ist. Unsere Gedanken sind bei der Familie des Kindes sowie bei allen Kindern und Mitarbeitenden der Kita.“
Der Kita-Träger habe Angebote zur Unterstützung organisiert, so die Senatsverwaltung. Aus Respekt vor der Familie und wegen der laufenden Ermittlungen der Polizei wolle man keine Details des Unfalls nennen. „In dieser Ausnahmesituation ist es besonders wichtig, für die betroffenen Kinder, Eltern und Mitarbeitenden da zu sein.“
Kita hat großen Garten
In der großen Kita werden nach eigenen Angaben etwa 160 Kinder ganztägig betreut. Träger ist eine gemeinnützige Gesellschaft für berufliche Bildung und Beschäftigung. Fotos auf der Internetseite zeigen einen großen Garten. Dort hatte sicher auch der kleine Junge viel Spaß. Jetzt ist er tragisch ums Leben gekommen.


