Moabit

Tausende Autofahrer betroffen! Berliner Brücke wird jahrelang zum Nadelöhr

Sind auch Sie betroffen? In Berlin-Moabit muss eine wichtige Brücke saniert werden. Zu Stoßzeiten wird es hier ab sofort regelmäßig Stau geben.

Author - Sharone Treskow
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Rund um die Nordhafenbrücke gucken Autofahrer bald in die Röhre (Symbolfoto).
Rund um die Nordhafenbrücke gucken Autofahrer bald in die Röhre (Symbolfoto).Dmitrii Marchenko/Envato/Imago/Zoonar.com

In Moabit startet eine der umfangreichsten Verkehrssanierungen der kommenden Jahre – und sie wird Berliner Autofahrer, Radler und Fußgänger bis 2027 spürbar ausbremsen.

Die Nordhafenbrücke wird bis 2027 saniert

Die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt informiert: Auf der Sellerstraße beginnt am Dienstag die mehrjährige Grundinstandsetzung der Nordhafenbrücke, einer der zentralen Verkehrsadern im Berliner Nordwesten. Während der Arbeiten steht im gesamten Brückenbereich nur ein Fahrstreifen je Richtung zur Verfügung. Schon die erste Bauphase, die bis März 2027 dauern soll, sorgt damit für eine deutliche Verschärfung der Verkehrslage rund um die Müllerstraße, die Heidestraße und den Nordhafen.

Die Nordhafenbrücke in Berlin-Moabit wird bis 2027 saniert.
Die Nordhafenbrücke in Berlin-Moabit wird bis 2027 saniert.Sabine Gudath/Imago

Die Brücke führt die B96 über den Nordhafen und verbindet wichtige Verkehrsachsen im Stadtgebiet. Schon länger war bekannt, dass der Zustand des Bauwerks nicht mehr den Anforderungen entspricht: Schäden beeinträchtigen Tragfähigkeit, Verkehrssicherheit und die Lebensdauer des Bauwerks. Eine Lastbeschränkung musste daher bereits zuvor angeordnet werden. Nun wird die Brücke in zwei großen Bauabschnitten halbseitig saniert – eine Operation am offenen Herzen des Moabiter Verkehrs.

Für die tägliche Verkehrspraxis bedeutet das erhebliche Einschränkungen. Durch die halbseitige Sperrung wird die Fahrbahn in Richtung Heidestraße auf eine Spur reduziert. Hinzu kommt eine Verschwenkung der Spuren im gesamten Baustellenbereich. Auch für Rad- und Fußverkehr wird es enger: Je nach Bauabschnitt werden sie auf dem Gehweg einer Seite im Gegenverkehr an der Baustelle vorbeigeführt. Auf der nordöstlichen Brückenseite kommt zusätzlich eine mobile Ampel zum Einsatz, um die Querung der Sellerstraße zu ermöglichen.

Engpässe, Umleitungen, Ausweichrouten

Wer den Bereich rund um den Nordhafen regelmäßig passiert, sollte sich in den kommenden Monaten besser auf längere Fahrtzeiten einstellen. Die Senatsverwaltung empfiehlt dringend, die Baustelle weiträumig zu umfahren – insbesondere zu den Stoßzeiten. Pendlerverkehr, Lieferverkehr und Durchgangsverkehr könnten sich sonst rasch gegenseitig aufstauen.

Hier herrscht bald ein Verkehrschaos. Die Senatsverwaltung für Verkehr rät, die Nordhafenbrücke künftig zu umfahren.
Hier herrscht bald ein Verkehrschaos. Die Senatsverwaltung für Verkehr rät, die Nordhafenbrücke künftig zu umfahren.SenMVKU

Hinter der nötigen Sanierung steckt ein Bauwerk, das längst in die Jahre gekommen ist. Die Nordhafenbrücke wurde zwischen 1968 und 1970 errichtet und ist eine Stahl-Hohlkastenbrücke mit orthotroper Fahrbahnplatte. Sie überspannt den Nordhafen in drei Feldern und bringt es auf rund 138 Meter Gesamtlänge bei knapp 20 Metern Breite. Jahrzehntelange Belastung, Witterung und Verkehr haben deutliche Spuren hinterlassen. Die Schäden reichen von Materialermüdungen bis hin zu Betonabplatzungen an den Widerlagern.

Sanierung kostet 2,5 Millionen Euro

Die Grundinstandsetzung umfasst unter anderem neue Übergangskonstruktionen, frischen Fahrbahnbelag, die Erneuerung der Abdichtung sowie neue Geländer und Beleuchtungsmasten. Dazu kommen Korrosionsschutzarbeiten am Stahlüberbau und die Sanierung der Widerlager, bei denen schadhafter Beton erneuert wird. Die Arbeiten laufen voraussichtlich bis ins zweite Quartal 2027. Rund 2,5 Millionen Euro werden investiert, um die Brücke für die kommenden Jahrzehnte zu sichern.

Sind Sie betroffen? Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.