Retterin braucht Hilfe

Berlinerin trauert um Stadttaube Hope und bittet um Spenden

Ein Abschied mit Herz – und leerer Kasse. Eine Tauben‑Retterin bittet um Hilfe bei der Einäscherung ihrer Taube.

Author - Paula Hitzemann
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Hope war anders als die anderen!
Hope war anders als die anderen!Melinda Matysek/gofoundme

Es ist ein Abschied, der unter die Haut geht und ein Hilferuf, der zeigt, wie hart Tierliebe sein kann. Eine Berliner Taubenpflegerin trauert um ihre Taube Hope und wünscht sich einen „würdevollen Abschied“ für ihr geliebtes Tier. „Sie war nicht einfach nur ein Tier – sie war Familie“, schreibt sie auf der Spendenplattform GoFundMe.

Begraben? Nein! Ein Fall für den Müll? Erst recht nicht!

Diese Taube war nicht wie die anderen flatternden Überlebenskünstler vom Alexanderplatz. Sie begrüßte ihre Pflegerin freudig, hatte keine Angst, ließ sich streicheln – ein Vertrauensverhältnis, wie man es sonst eher von Hund oder Katze kennt. Jetzt ist sie tot. Und einfach „entsorgen“? Auf keinen Fall!

Hope ist nun im Tauben-Himmel.
Hope ist nun im Tauben-Himmel.Melinda Matysek/gofundme

Der Gedanke, die Taube draußen zu begraben, sei für sie unerträglich. Aus Angst, andere Tiere könnten das Grab wieder öffnen. Und sie „wie Müll zu behandeln“, das würde sie nicht übers Herz bringen. Nein, Hope verdient mehr. Der Wunsch der Pflegerin: eine Einäscherung für rund 250 Euro. Geld, das aktuell nicht da ist.

Also wendet sich die Taubenliebhaberin an die Öffentlichkeit und bittet um Spenden. „Wer nicht spenden könne, solle den Aufruf wenigstens teilen“, schreibt sie. Dafür wäre sie „unendlich dankbar“.

Tauben retten, Konto leer

Der tierische Verlust kommt allerdings nicht allein. Denn die Frau betreibt zugleich eine private Pflegestelle für kranke und verletzte Stadttauben. Und die kostet mehr, als sie stemmen kann.

Die Taubenliebhaberin bittet um Spenden für ihre Pflegestelle.
Die Taubenliebhaberin bittet um Spenden für ihre Pflegestelle.Melinda Matysek/GoFundMe

„Unser Konto ist wieder leer“, schreibt sie offen. „Jeden Tag kommt etwas Neues dazu, alles ist unfassbar teuer geworden.“ Besonders dringend seien Medikamente gegen Atemprobleme, Heizplatten für geschwächte Tiere und finanzielle Rücklagen für Notfälle. „Ich mache das nicht aus Spaß“, betont sie. „Ich mache das, weil die Tiere sonst sterben würden.“

Ehrlich, erschöpft – und am Limit

Zwischen Idealismus und Realität bleibt wenig Luft. „Ich bin ehrlich: Ich bin am Limit“, schreibt die Tauben‑Retterin. Emotional ausgelaugt, finanziell am Anschlag und trotzdem weitermachen? Das scheint für sie keine Frage zu sein.

Ihr Appell ist leise, aber eindringlich: Jede Hilfe zählt, jeder noch so kleine Betrag kann etwas bewirken. Vielleicht führt diese Geschichte auch dazu, beim nächsten spöttischen Spruch über Stadttauben kurz innezuhalten. Denn manchmal steckt hinter einem grauen Vogel mehr Nähe, Vertrauen und Herz, als man auf den ersten Blick ahnt – Hope hat es uns gezeigt.

Wie ist Ihre Meinung zu Tauben? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.