Terror-Verdächtiger vor Gericht

Syrer Abdullah R. wollte in Berlin Nichtmuslime töten: Knast!

Ein geplanter Anschlag in Berlin wurde vereitelt: Ein 22-Jähriger wollte aus Hass Menschen töten. Nun hat das Gericht ein Urteil gesprochen.

Author - Tanja Tal
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Am 1. November rückte die Polizei zu mehreren Durchsuchungen an, unter anderem in der Sonnenallee. Der Terrorverdächtige Abdullah R. wurde festtgenommen.
Am 1. November rückte die Polizei zu mehreren Durchsuchungen an, unter anderem in der Sonnenallee. Der Terrorverdächtige Abdullah R. wurde festtgenommen.Olaf Wagner/Pressefoto Wagner

Mit Messer und Sprengstoffgürtel wollte er losziehen, aus Hass möglichst viele jüdische Menschen töten. Nun bleibt Abdullah R. (22) hinter Gittern. Die Richterin: „Fünf Jahre und vier Monate Haft.“ Schuldig der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Ein Anschlag stand laut Urteil kurz bevor. R. habe aus radikal-islamistischer Gesinnung gehandelt.

Syrer Abdullah R. (22) wollte Nichtmuslime ermorden

Er wollte Nichtmuslime ermorden, als ein Märtyrer ins Paradies kommen. Und es trieb ihn Hass auf die westliche Welt. Am 1. November aber wurde der Syrer von Polizisten aus seinem Zimmer bei einem Onkel in der Sonnenallee (Neukölln) geholt.

Er hatte Utensilien für einen Bombenbau bereits beschafft – zum Teil mit Stütze, die er erhielt. Anleitungen aus dem Internet lud er heruntergeladen, schwor einen Treueeid und konsumierte Hinrichtungsvideos, die er auf Veröffentlichungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden hatte.

Er wollte als Märtyrer verehrt werden. Der Tat sollten in Berlin lebende Juden sowie seiner Ansicht nach „Ungläubige“ zum Opfer fallen. Einen genauen Tatort für ein geplantes Massaker gab es wohl noch nicht. Die Richterin: „Er dachte an ein Lokal mit feiernden Menschen.“ Erst Messerstiche, dann eine mit Nägeln befüllte Horror-Bombe.

Im Oktober machte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Berliner Polizei auf das TikTok-Profil von R. aufmerksam. Er hatte Videos von sogenannten Nashids veröffentlicht – gesungenen Hymnen, mit denen in der Dschihadisten-Szene die Opferbereitschaft beschworen wird.

In Neukölln kam es Anfang November zu einem Großeinsatz der Polizei - Terrorverdacht!
In Neukölln kam es Anfang November zu einem Großeinsatz der Polizei - Terrorverdacht!Olaf Wagner/Pressefoto Wagner

Die Staatsanwältin: „Auf seinem Handy wurde eine imposante Menge von Bombenanleitungen gefunden.“ Und in der Wohnung Material für den Bau eines mörderischen Sprengstoffgürtels, zudem ein Messer und ein Abschiedsbrief an seine Mutter.

Abdullah R. kam Ende 2023 nach Deutschland. R.: „Ich wollte arbeiten, Geld verdienen, ein Auto kaufen. Doch dann änderten sich meine Träume und Ziele.“ Er habe sich über das Internet radikalisiert. Extrem schnell – innerhalb eines halben Jahres.

Syrer Abdullah R.: „Der Teufel saß in meinem Kopf“

Der Syrer: „Ich dachte darüber nach, hier zum Märtyrer zu werden.“ Ein Chat-Partner habe ihn bestärkt. Immer mehr IS-Videos seien bei ihm aufgetaucht. R.: „Der Teufel saß in meinem Kopf, ich habe meine Gedanken vom IS bekommen.“

Er bat um Entschuldigung, zeigte sich einsichtig – „Gott sei Dank ist die Polizei eingeschritten“. Dann Gejammer: Das Leben habe ihm bis dahin übel mitgespielt – „ich hoffe, dass irgendwann bessere Zeiten für mich anbrechen“. Sechs Jahre und drei Monate Haft hatte die Staatsanwältin gefordert. Tanja Tal