Mit Messer und Sprengstoffgürtel wollte er losziehen, aus Hass möglichst viele jüdische Menschen töten. Nun bleibt Abdullah R. (22) hinter Gittern. Die Richterin: „Fünf Jahre und vier Monate Haft.“ Schuldig der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Ein Anschlag stand laut Urteil kurz bevor. R. habe aus radikal-islamistischer Gesinnung gehandelt.
Syrer Abdullah R. (22) wollte Nichtmuslime ermorden
Er wollte Nichtmuslime ermorden, als ein Märtyrer ins Paradies kommen. Und es trieb ihn Hass auf die westliche Welt. Am 1. November aber wurde der Syrer von Polizisten aus seinem Zimmer bei einem Onkel in der Sonnenallee (Neukölln) geholt.
Er hatte Utensilien für einen Bombenbau bereits beschafft – zum Teil mit Stütze, die er erhielt. Anleitungen aus dem Internet lud er heruntergeladen, schwor einen Treueeid und konsumierte Hinrichtungsvideos, die er auf Veröffentlichungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden hatte.
Er wollte als Märtyrer verehrt werden. Der Tat sollten in Berlin lebende Juden sowie seiner Ansicht nach „Ungläubige“ zum Opfer fallen. Einen genauen Tatort für ein geplantes Massaker gab es wohl noch nicht. Die Richterin: „Er dachte an ein Lokal mit feiernden Menschen.“ Erst Messerstiche, dann eine mit Nägeln befüllte Horror-Bombe.
Im Oktober machte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Berliner Polizei auf das TikTok-Profil von R. aufmerksam. Er hatte Videos von sogenannten Nashids veröffentlicht – gesungenen Hymnen, mit denen in der Dschihadisten-Szene die Opferbereitschaft beschworen wird.

Die Staatsanwältin: „Auf seinem Handy wurde eine imposante Menge von Bombenanleitungen gefunden.“ Und in der Wohnung Material für den Bau eines mörderischen Sprengstoffgürtels, zudem ein Messer und ein Abschiedsbrief an seine Mutter.
Abdullah R. kam Ende 2023 nach Deutschland. R.: „Ich wollte arbeiten, Geld verdienen, ein Auto kaufen. Doch dann änderten sich meine Träume und Ziele.“ Er habe sich über das Internet radikalisiert. Extrem schnell – innerhalb eines halben Jahres.
Syrer Abdullah R.: „Der Teufel saß in meinem Kopf“
Der Syrer: „Ich dachte darüber nach, hier zum Märtyrer zu werden.“ Ein Chat-Partner habe ihn bestärkt. Immer mehr IS-Videos seien bei ihm aufgetaucht. R.: „Der Teufel saß in meinem Kopf, ich habe meine Gedanken vom IS bekommen.“


