Die Konditorei Rabien in Steglitz ist bekannt für ihre Baumkuchen (Kilo ab 40€). Sabine Gudath

Stollen aus der Bäckerei Scholz in Köpenick

Was die Sachsen mit der Dresdner Butterstolle können, wird unter anderem im Süden Berlins bis zur Perfektion getrieben. Längst hat sich herumgesprochen, dass es in Köpenick einen Bäcker gibt, der Stollen mindestens genauso gut kann wie die Dresdner. Vater und Sohn, Christian und Thorsten Scholz, backen das preisgekrönte Gebäck, das wie kein anderes für Weihnachten steht. Der dick mit Puderzucker bestreute Laib aus gehaltvollem Hefeteig soll schließlich an das in Windel gewickelte Jesuskind erinnern. Jetzt in der Vorweihnachtszeit läuft der Ofen in der Köpenicker Bäckerei heiß, damit phantasievolle Kreationen wie Whiskeystollen, Aprikosen-Erdbeer-Orangen-Stollen, Schoko-Dattel-Stollen, Quarkstollen, Mohnstollen, Bratapfelstollen, Kinder-Kokosstollen, Köpenicker Honigstollen und natürlich der klassische Butterstollen pünktlich zum Fest fertig werden und uns die Adventszeit versüßen. In der Backstube duftet es nach Zimt, Orangen und Nüssen – ein Aroma, das Lust auf die Adventszeit macht.

Bäckerei Scholz: Borgmannstraße 6, 12555 Berlin, www.baecker-scholz.de

Marzipan aus Neukölln: eine „Ohde“ an die Hauptstadt

Denkt man an Marzipan, fällt einem  bestimmt nicht zu allererst Berlin ein. Und schon gar nicht Neukölln. Dabei befindet sich genau dort eine der zwei größten Produktionsstätten für Rohmarzipan auf der Welt! Berlin ist mit den Traditionsunternehmen Moll und Lemke so etwas wie die Welthauptstadt des Marzipans  - und das schon seit über 160 Jahren. Damit das noch mehr Menschen erfahren, gründete Unternehmer Hamid Djadda 2017 das „süße Start-up“ Ohde. Djadda kam mit vier Jahren aus Persien, dem Mutterland des Marzipan, nach Deutschland. In Berlin kehrt er mit edlen Bittermandel aus Shiraz, aus denen sein Marzipan gemacht wird, zurück zu seinen Wurzeln.  Ohde bietet verschiedenste Sorten Marzipan-Pralinés mit Bränden oder Früchten an. Besonders glücklich aber macht der Rixdorfer Glückswürfel. Jeweils 30 Cent aus dem Erlös des Würfels fließen in die Ohde Stiftung, sie sich für benachteiligte Schüler in Neukölln einsetzt.

Ohde Marzipan im KaDeWe, Tauentzienstraße 21-24, 10789 Berlin, www.ohde.berlin

zvg
Ohde Berlin: Marzipan und Pralinen - beim Rixdorfer Würfel geht ein Teil des Erlöses an die Ohde Stiftung. 

Berlins Kieze auf der Zunge -Stadtteilschokolade von Pankow bis Zehlendorf

Berlins Kieze sind so eigen wie seine Bewohner. Für jeden einzelnen gibt es Klischees, und nicht selten ist was dran, an den Zuschreibungen. Latte Macchiato und Babybrei in Prenzlauer Berg, Bio-Rotwein und Sushi in Pankow, Wodka und Geranie in Marzahn.

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Die Autorin Tanja Dückers hat die unnachahmliche Vielfalt Berlins gemeinsam mit dem Berliner Chocolatier Christoph Wohlfarth in Schokolade gegossen und mit ihren „Preußisch Süß“ Stadtteilschokoladen augenzwinkernd Klischees, Geschichte und Geschichten zu köstlichen Kreationen zusammengerührt. Für Kreuzberg zum Beispiel liest sich die Beschreibung auf der Tafel so: „Sesam und Schwarzkümmel fläzen sich hier statt auf einem Fladenbrot auf einem Milchschokoladenbett. Irgendeine trunkene Pappnase mit SO-36-T-Shirt hat noch eine Ingwerknolle aufs Kopfkissen gelegt.“ Klingt spannend? Schmeckt auch so.

www.preussisch-suess.shop, die Schokoladen gibt es an vielen Stellen in den Berliner Bezirken, zum Beispiel in Buchhandlungen 

BK/Markus Wächter
Die Stadtteil-Schokolade der Autorin Tanja Dückers gibt jedem Kiez eine besondere Note. 

Knalle Popcorn – bloß nicht nur im Kino

Das knallt so richtig: nicht nur vor Weihnachten. Wer Popcorn nur im Kino isst, hat Knalle Popcorn aus Berlin noch nicht probiert. Gegründet in Prenzlauer Berg schmecken Sorten wie Butterkaramell Tahiti-Vanille, Belgische Schokolade mit gerösteten Mandeln oder Weiße Schokolade und Salzbrezeln, Barbecue-Rauchmandel oder Malabar-Pfeffer-Meersalz zu jeder Tages- und Nachtzeit.

André Göbel und Lucie Krautien waren lange in der gehobenen Patisserie tätig bevor sie die Popcorn-Passion packte. Und das schmeckt man. „Wir verwenden keine Geschmacksverstärker oder Farbstoffe, sondern nur hochwertige Produkte wie französischen Mais, den wir im Ofen backen, belgische Schokolade oder Malabar-Pfeffer, der nicht nur Schärfe gibt, sondern auch ein eigenes Aroma hat.“ Das Popcorn wird immer karamellisiert, egal ob am Ende eine süße oder herbe Sorte entsteht Und in der Vorweihnachtszeit gibt es sogar einen Adventskalender mit 24 kleinen Popcorn-Tütchen – für jeden Tag eine.

Popkornditorei Knalle, Raumerstraße 32, 10437 Berlin , www.knalle.berlin

Knalle Popcorn
Frisches Popkorn, handgemacht und in aufregenden Sorten gibt es von Knalle.

Hamanns Bitterschokoladen aus Berlin

Wenn es eine Berliner Schokolade mit Tradition gibt, dann ist es es Hamanns Bitterschokolade. Noch heute wird die Bitterschokolade nach den Rezepten des Gründers Erich Hamann gefertigt. Dazu kommen über 60 verschiedene Sorten selbstgemachter Pralinen. Seit 1912 war Erich Hamann Konditor in Berlin. Seine Geschäft expandierte, bis zum Krieg führte er sieben Läden in der ganzen Stadt: Ob in der Leipziger Strasse, Unter den Linden, am Roseneck oder in der Potsdamer Strasse – alle Erich Hamann Geschäfte gaben den Straßen eine Note. 1928 wurde ein eigenes Haus in der Brandenburgischen Straße gebaut, dort befindet sich bis heute die Produktion und der Laden mit original Bauhauseinrichtung und den berühmten Konfektschachteln mit blauen Schleifen.

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Der Sohn Erich Hamanns, Gerhard Hamann mit seiner Frau Ingrid Hamann, und der Enkel, Andreas Hamann, sorgen dafür, dass der Wahlspruch des Opas erhalten bleibt: Das Beste vom Besten in Sachen Ingwer-Stäbchen, Borkenschokolade und Mokka-Bohnen.

Erich Hamann KG, Brandenburgische Straße 17, 10707 Berlin, www. hamann-schokolade.de

Sabine Gudath
Bei Erich Hamann gibt es edle Schokoladen zu kaufen, besonders berühmt ist die Bitterschokolade.

Rabiens Baumkuchen kennen sie sogar in Japan

Alles was in Potsdam von Rang und Namen war, ging hier einst konditern. Die Tochter des Kaisers, August Bebel, später Kurt Tucholsky gehören ebenso zu den Gästen der Konditorei Rabien, wie die Filmstars aus den nahegelegenen Studios in Babelsberg. Sie alle liebten Meisterwerke wie die Graf-Waldersee-Torte (Baumkuchentorte mit Mokka-Buttercreme), Auguste-Victoria-Torte (Schokoladen- und Nußkrokant-Böden mit Maraschino-Creme), Makronentorte mit Orangenkonfitüre gefüllt und Arrakfrüchten belegt, oder die Spezialität des Hauses: Charlott-Torte mit Schokoladenfüllung und Schwedenfrüchten. Schon damals galt Rabiens Baumkuchen als Weltklasse.

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Nach dem Krieg ging es für das Haus des Potsdamer Hofconditors Ernst Rabien in der Steglitzer Klingsorstraße weiter. Und von da aus geht der handgemachte Baumkuchen wie eh und je in die weite Welt. In Japan kenn man ihn und in Amerika. Gebacken wird der Baumkuchen nach altem Familienrezept auf einer sich horizontal drehenden Welle vor offenen Flammen.

Konditorei Rabien, Klingsorstr. 13, 12167 Berlin, www.rabien-berlin.de

Sabine Gudath
Die Konditorei Rabien ist bekannt für ihre Baumkuchen (Kilo ab 40€). Dorota Koral verpackt einen der köstlichen Baumkuchen.