Für viele Anwohner ist es inzwischen ein nervenaufreibendes Dauerproblem. In einem eigentlich ruhigen Wohngebiet in Berlin-Rummelsburg (Lichtenberg) sorgt der Carsharing-Anbieter Miles regelmäßig für erheblichen Frust. Der Grund: Dutzende Mietwagen blockieren die ohnehin knappen Parkplätze und verwandeln ganze Straßenzüge in ein regelrechtes Park-Chaos.
Techno-Club Sisyphos verursacht Parkplatz-Chaos
Auslöser ist ausgerechnet einer der berühmtesten Techno-Hotspots Berlins. Jedes Wochenende strömen Tausende Menschen zum Kult-Club Sisyphos in Rummelsburg (Lichtenberg). Während auf dem weitläufigen Gelände ausgelassen gefeiert wird, wächst nur zwei Straßen weiter der Ärger der Anwohner.

Weil der Club etwas abseits des Stadtzentrums liegt, reisen viele Besucher mit Carsharing-Autos an. Das eigentliche Problem beginnt jedoch erst nach der Ankunft.
Nur wenige Gehminuten vom Sisyphos entfernt stapeln sich die Mietwagen förmlich entlang der Parkgrenze. Denn in der Miles-App sind feste Parkzonen hinterlegt und die hören zwei Straßen vor dem Sisyphos auf. Die Autos werden in der anliegenden Wohnsiedlung abgestellt und nach der Party-Nacht natürlich nicht mehr mitgenommen.

Die Folge: Ein ganzes Wohnviertel wird regelmäßig von schwarzen Miles-Autos überschwemmt. Ein Blick auf die Karte zeigt das Ausmaß. Entlang der Parkgrenze reiht sich Fahrzeug an Fahrzeug. Besonders drastisch wird die Situation nach den Wochenenden. An manchen Montagen stehen dort mehr als 40 Mietwagen gleichzeitig. Erst im Laufe der folgenden Tage lichtet sich das Bild langsam wieder.
Das sagt das Carsharing-Unternehmen Miles zur Parkplatzsituation
Miles weiß um die Problematik. Gegenüber dem KURIER erklärt das Unternehmen: „Uns ist bekannt, dass es insbesondere an Wochenenden temporär zu einem höheren Aufkommen von Carsharing-Fahrzeugen in dem genannten Bereich kommen kann.“

Auch Beschwerden aus der Nachbarschaft habe es bereits gegeben. „Im Frühjahr dieses Jahres hat uns die Anfrage eines Anwohners zu dieser Thematik erreicht“, teilt Miles mit. Für die Anwohner wird die Parkplatzsuche dadurch zu einer frustrierenden Geduldsprobe. Freie Stellflächen sind ohnehin rar.
Wer nach Feierabend nach Hause kommt oder Besuch erwartet, dreht zu Beginn der Woche nicht selten Extrarunden durch den Kiez. Miles verweist darauf, dass die Fahrzeuge dort „im Normalfall (also unter der Woche) weniger als 24 Stunden“ stehen würden, da sie von anderen Nutzern gebucht oder durch das Flottenmanagement umgeparkt würden. Zudem werde das Gebiet nach Angaben des Unternehmens gezielt überwacht.
„Unser Service-Team ist in der Tag- und Nachtschicht im Einsatz, um Fahrzeuge aus stark frequentierten Randbereichen wie diesem gezielt wieder in die Innenstadt zurückzuführen“, erklärt Miles. So solle der Parkdruck vor Ort minimiert werden.
Eine Ausweitung des Geschäftsgebiets in Lichtenberg und Richtung Sisyphos ist nach Angaben des Unternehmens allerdings nicht geplant. Dieses biete „aufgrund der dortigen Infrastruktur aktuell jedoch keine Option für eine sinnvolle Erweiterung des Geschäftsgebiets“.



