„Schüsse in der Nacht“: Diese Zeile liest man in Berlin inzwischen fast täglich. Die Schusswaffenkriminalität hat in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Dieses Mal wurde in Schöneberg ein Mann nun schwer verletzt, wird die Attacke vielleicht nicht überleben. Der Landeschef der Berliner Polizeigewerkschaft mahnt, dass man diese Lage keinesfalls als „normal“ empfinden sollte, selbst wenn es jeden Tag passiert.
Schussopfer aus Schöneberg schwebt noch in Lebensgefahr
Die Berliner Polizei berichtet in einer Mitteilung von den Geschehnissen: In der Nacht zu Dienstag kam es gegen 1.05 Uhr in der Schöneberger Yorckstraße zu einer Schießerei. Mehrere Schüsse wurden auf einen 44-jährigen Mann abgegeben.

Der Mann musste schnell in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert werden. Er soll sich derzeit laut Polizei noch in Lebensgefahr befinden. Der Täter ist bisher unbekannt und konnte flüchten – obwohl die Berliner Polizei den Tatort und den nahe gelegenen Gleisdreieckpark stundenlang mit etlichen Einsatzkräften und sogar einem Hubschrauber abgesucht hatte. Nun ermittelt die Mordkommission.
Nur weil es in Berlin jede Nacht passiert, sollte es nicht „normal“ sein
Der Landeschef der Polizeigewerkschaft Berlin, Stephan Weh, ordnet den beunruhigenden Vorfall so ein: „Dass in Berlin in einer Nacht scharf geschossen wird, ist jetzt sicher keine große Besonderheit mehr. Es darf aber niemals einfach so als Normalität hingenommen werden, denn wir reden über die Gefährdung von Menschenleben.“

Die Kollegen der Sondereinheit BAO Ferrum – die sich mit der gestiegenen Schusswaffenkriminalität in Berlin beschäftigt – würden „nichts unversucht“ lassen, um die Strukturen hinter den Taten, die sich „im Bereich der Organisierten Kriminalität abspielen“, aufzudecken.
GdP-Landeschef über Schießerei: „Pure Tötungsabsicht“
„Es ist aber leider auch immer klarer zu sehen, dass wir über eine Durchbewaffnung auf unseren Straßen reden, und da eine Menge Protagonisten bereit ist, andere selbst ohne großen Hintergrund oder Vorgeschichte über den Haufen zu schießen“, betont Weh.
Der GdP-Landeschef will klarstellen: „Fünf Schüsse sind keine Warnung, das ist pure Tötungsabsicht.“ Was könnte dahinterstecken? „Manchmal geht es dabei um Geschäfte, manchmal um verletzte Ehre.“



