Nach dem Glatteis vom Donnerstag ist vor dem Glatteis am Freitag. Neues Chaos droht. Die Experten warnen vor neuem Eisregen. In einigen Gegenden Brandenburgs ist es schon soweit – neuer Regen hat eingesetzt und es bilden sich allerorten quasi geschlossenen Eisflächen auf Straßen, Gehwegen, Bahnsteigen. Auf der A10 gab es bereits einen Massen-Crash.
Der Winter bleibt also lebensgefährlich. Für Brandenburg hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Donnerstag eine neue amtliche Unwetterwarnung herausgegeben. Grund ist gefrierender Regen, der für spiegelglatte Straßen und Wege sorgt. „Es besteht hohe Glättegefahr durch Eisansatz“, warnen die Meteorologen. Die Warnung gilt nach aktuellem Stand bis 21 Uhr – doch eine Verlängerung ist nicht ausgeschlossen.
Betroffen sind besonders die Landkreise Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz sowie die Städte Potsdam und Brandenburg an der Havel. Dort heißt es für Anwohner: möglichst zu Hause bleiben, nicht fahren, unnötige Wege meiden. Denn selbst kurze Strecken können lebensgefährlich werden.
Aber auch Berlin bleibt in der Nacht zum Freitag nicht ungeschoren. Der DWD warnt die City vor „markantem Wetter“. Heißt, es bleibt glatt und der Weg zur Arbeit am Morgen wird womöglich mehr als nur ein bisschen rutschig.
Massen-Crash auf der A 10 mit über 20 Autos
Der Eisregen hat auch massive Folgen für Pendler. Zahlreiche Busunternehmen mussten ihren Betrieb einstellen. Die Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft stoppte den Linienverkehr bis Freitagmorgen komplett. Auch in der Prignitz stehen die Busse still– die Arge Prignitzbus reagierte am Nachmittag auf die immer glatter werdenden Straßen.
Eine erste Massenkarambolage hat es auf der A 10 gegeben. Bei spiegelglatter Straßer wurde die Autobahn bei Potsdam zur lebensgefährlichen Rutschbahn. Zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam krachten am Donnerstagnachmittag in beiden Fahrtrichtungen 21 Fahrzeuge ineinander. Ein Eisfilm auf der Straße machte Bremsen nahezu unmöglich. Neben einer Reihe von Pkw waren an den Unfällen auch ein Lkw und zwei Kleintransporter beteiligt.
Feuerwehr und Rettungskräfte rückten mit einem Großaufgebot an. Auch für sie war die Arbeit lebensgefährlich. Insgesamt wurden 19 Menschen bei den Unfällen leicht verletzt. Vier von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden. Die A10 wurde in dem betroffenen Abschnitt für mehrere Stunden vollständig gesperrt.
Flughafenbetrieb am BER „im Prinzip eingestellt“
Zum Erliegen kam auch der Betrieb am Berliner Flughafen BER. Seit Donnerstag 19.30 Uhr seien keine Flüge mehr gestartet oder gelandet, sagte eine Flughafensprecherin der Nachrichtenagentur AFP. „Der Flughafenbetrieb ist im Prinzip eingestellt, es ist spiegelglatt“, sagte sie.
Bis dahin waren bereits „mehrere Dutzend“ Flüge ausgefallen, wie eine andere BER-Sprecherin sagte. Mit Schnee und Eis könne der Flughafen umgehen, aber Eisregen am Abend sei besonders gefährlich. Ob der Betrieb am Freitag wieder aufgenommen werden kann, sei noch nicht abzusehen, hieß es weiter.

DWD warnt wieder vor extremer Glätte
Bereits am Morgen hatte der DWD für Berlin und das östliche Brandenburg vor extremer Glätte gewarnt. Am Donnerstagnachmittag wurde die Warnung deutlich ausgeweitet – nun auch für Teile Sachsen-Anhalts und fast ganz Mecklenburg-Vorpommern. Entlang der vorpommerschen Küste und auf Fehmarn werden bis zu zehn Zentimeter Neuschnee, in Einzelfällen sogar fünfzehn Zentimeter, erwartet.



