Flugausfälle

Neuer Ärger am BER: Lufthansa-Piloten streiken zwei Tage lang

Am Montag und Dienstag bleiben die meisten Lufthansa-Maschinen am Boden, nur wenige Flüge finden trotzdem statt.

Author - Stefan Doerr
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Am Montag und Dienstag bleiben die Lufthansa-Piloten am Boden.
Am Montag und Dienstag bleiben die Lufthansa-Piloten am Boden.Uwe Anspach/dpa

Die Lufthansa kommt einfach nicht zur Ruhe. Kaum ist der Streik des Kabinenpersonals verdaut, da zündet die Vereinigung Cockpit (VC) die nächste Stufe im Arbeitskampf. Diesmal sollen die Pilotinnen und Piloten der größten deutschen Airline die Arbeit niederlegen. Und das gleich an zwei Tagen!

Welche Lufthansa-Flüge fallen aus?

Die „umfassenden Arbeitskampfmaßnahmen“ starten am Montag um 00.01 Uhr und enden am Dienstag um 23.59 Uhr, wie die Gewerkschaft  verkündete. Betroffen ist natürlich auch der Berliner Flughafen BER. Und es geht nicht nur um die Kernmarke Lufthansa, sondern auch um die Frachttochter Cargo und die Regionalairline Cityline.

Allein am BER könnten an den Streiktagen jeweils rund 25 Ankünfte und Abflüge der Lufthansa ausfallen, dazu auch noch am Montag mehr als 30 Flüge der Lufthansa-Tochter Eurowings.

Zwei Tage lang soll der Ausstand bei der Lufthansa dauern, es gibt aber Ausnahmen.
Zwei Tage lang soll der Ausstand bei der Lufthansa dauern, es gibt aber Ausnahmen.KIRILL KUDRYAVTSEV/AFP

Eine Besonderheit: Wegen der „aktuellen Situation im Nahen Osten“ verschont die Gewerkschaft Flüge aus Deutschland in zahlreiche Länder der Region, wie etwa Israel, Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Arbeitskampf für bessere Altersvorsorge

Die Gewerkschaft begründet den harten Schritt mit ausbleibenden Angeboten der Arbeitgeber. „Trotz eines bewussten Verzichts auf Streikmaßnahmen über die Osterfeiertage blieben ernstzunehmende Angebote aus.“ Von Lufthansa habe es weder eine Reaktion noch Gesprächsbereitschaft gegeben.

Hauptforderung ist eine bessere betriebliche Altersvorsorge für das Cockpit-Personal. Gleichzeitig betont die VC, man sei „weiterhin gesprächsbereit“. Die Lufthansa könne „jederzeit die Möglichkeit, den Streik abzuwenden, indem sie verhandlungsfähige Angebote vorlegt“.

Am Infoschalter des BER wird es an den Streiktagen wieder voll werden.
Am Infoschalter des BER wird es an den Streiktagen wieder voll werden.Christoph Soeder/dpa

Die Lufthansa reagiert empört. Der Konzern spricht von einer „völlig neuen Stufe der Eskalation“ und weist die Forderungen scharf zurück. Die Kernforderung der Gewerkschaft „nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge ist absurd und unerfüllbar“, heißt es aus der Unternehmenszentrale.

Für die Passagiere bedeutet der erneute Arbeitskampf vor allem wieder Chaos. Erst am vergangenen Freitag waren wegen eines Streiks des Kabinenpersonals zahlreiche Flüge ausgefallen. Dazu hatte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) aufgerufen. Nun kommt der nächste Stillstand und der sogar über zwei Tage.

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