Wie der KURIER bereits berichtete, läuft bei der Neuen Generation aktuell eine Protestwoche: die sogenannten Revolution Days. Gestartet ist die Woche mit einem Protesttraining in der Heilandskirche in Moabit. Auf Anfrage des KURIER erläutert eine Pfarrerin, warum die Räume für diese Veranstaltung geöffnet wurden und inwiefern sie in den Anliegen der Neuen Generation Berührungspunkte mit kirchlichen Werten sieht.
Warum das Protesttraining in der Kirche stattfand
Dass ein Protesttraining in einem Kirchenraum stattfindet, ist für die Gemeinde kein Widerspruch, sondern Teil eines bewussten Selbstverständnisses von Kirche als öffentlichem Ort. „Für uns als Gemeinde ist wichtig, unsere Räume auch für den gesellschaftlichen Diskurs zu öffnen“, erklärt Stefanie Hoffmann, eine der Pfarrerinnen der Gemeinde.
Die Gemeinde sei zuvor von der Neuen Generation wegen einer Raumnutzung angefragt worden, der Gemeindekirchenrat habe darüber diskutiert. „Die Kirchengemeinde stellt ihre Räume dann zur Verfügung, wenn die dort stattfindenden Veranstaltungen mit christlichen Wertevorstellungen vereinbar sind“, so Hoffmann. „Wir sind überzeugt: Toleranzfähigkeit gehört zum Grundverständnis einer funktionierenden Demokratie. Denn Toleranz meint in diesem Sinne: andere Sichtweisen aushalten können, ohne sich diese zu eigen machen zu müssen.“
So tickt die Neue Generation
Nach eigenen Angaben gehe es der Neuen Generation um einen „Aufbruch in eine demokratische, gerechte und liebevolle Gesellschaft“. Die Devise: Revolution Days statt Straßenblockaden, Stuhlkreise statt Festkleben. Meistens zumindest. Im Mittelpunkt steht der friedliche, zivile Widerstand und eine Kultur der Gemeinschaft.
Bei dem Training am Montag ging es darum, Informationen über die geplanten Proteste zu erhalten und sich bei Interesse selbst einzubringen. Geplant sind für diese Woche unter anderem Protesttänze, eine Kunstaktion und am Donnerstag „sogar ein Revolutionsversuch im Regierungsviertel“.


