Dann buff' doch bei Netto! Im Netto Marken-Discount liegt jetzt tatsächlich Cannabis im Regal – oder zumindest die Samen. In 255 Filialen in Berlin und im Nordosten Deutschlands startet der Discounter einen ungewöhnlichen Test: Zwischen Basilikum, Petersilie und Tomaten liegen Hanfsamen zum Selberzüchten bei der Aktionsware.
Drei Samen Cannabis für 14,99 Euro bei Netto
Das berauschende Gut kommt von der Marke Gutmut Saatgut und steht ganz unscheinbar im Gartensortiment. Der Preis beläuft sich auf 14,99 Euro pro Tütchen, drin sind jeweils drei Samen. Eine gute Auswahl bietet Netto auch. Kunden können zwischen „L.A. Kush Cake“, „White Runtz“ und „Sour Diesel“ wählen. „Die Sorten wurden gemeinsam mit Netto Marken-Discount so ausgewählt, dass sie sowohl für interessierte Einsteiger als auch für erfahrene Hobbygärtner attraktiv sind“, so Gutmut Saatgut in einer Pressemitteilung. Auch für einen erfolgreichen Anbau hat Netto vorgesorgt: Auch online gibt es für 129 Euro eine Pflanzenlampe zu erstehen, die sich „insbesondere für Cannabispflanzen“ eignet.

Möglich machte das Ganze das seit dem 1. April 2024 geltende Konsumcannabisgesetz, mit dem die Ampel-Koalition das Rauchen und den Anbau von Cannabis für Volljährige mit vielen Beschränkungen zugelassen hat. Gemäß dieser Teillegalisierung ist der Anbau von bis zu drei Pflanzen in der Privatwohnung erlaubt – daher verkauft Netto Marken-Discount auch nur drei Samen im Tütchen. Außerdem dürfen Erwachsene bis zu 50 Gramm Cannabis aufbewahren. Die Weitergabe an Dritte ist weiterhin verboten, auch Kinder dürfen nicht an Pflanzen, Samen oder Ernte rankommen.
Nach der Teillegalisierung ist der Verkauf von Cannabis beim Discounter nun ein Test mit Signalwirkung. Zum ersten Mal gibt es Cannabissamen flächendeckend im normalen Supermarkt. Fertiges Cannabis verkauft Netto allerdings nicht – und umgeht damit mögliche rechtliche Risiken. „Wir verstehen die Supermarkt-Platzierung als logische und konsequente Entwicklung nach Inkrafttreten des Konsumcannabisgesetzes“, so Gutmut-Mitgründer Florian Kröckel. „Cannabissamen – wie andere Saatgutprodukte – gehören in transparente, reguläre Handelsstrukturen.“


