Wer vor wenigen Tagen das AfD-Parteibüro im Bezirk Tempelhof-Schöneberg gegoogelt hat, dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben. Denn die angezeigten Öffnungszeiten erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus und sorgen für Wirbel.
Bezug zum Nationalsozialismus wurde hergestellt
Laut Google soll die AfD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) im Schöneberger Rathaus angeblich täglich nur für wenige Minuten geöffnet sein: Von 19.33 Uhr bis 19.45 Uhr. Eine Angabe, die ganz offensichtlich nicht stimmen kann.

Auf Social Media kursieren Videos dazu, die sich über die neuen Öffnungszeiten lustig machen. Ein User teilt das Video und schreibt dazu: „Wer von euch war das?“ Andere kommentieren: „Linker Humor“, „Länger als 12 Minuten kann man das ja auch nicht aushalten“ oder „Helden unserer Zeit haben dies getan“. Das Echo darauf ist schelmisch.
Offenbar steckt hinter der kuriosen Anzeige ein gezielter Internet-Streich. Denn die gewählten Uhrzeiten scheinen kein Zufall zu sein. Sie lassen sich als Anspielung auf die Jahre 1933 bis 1945 deuten, also die Zeit des Nationalsozialismus.
Adolf Hitler wurde am 30. Januar 1933 vom damaligen Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum deutschen Reichskanzler ernannt. Der Zweite Weltkrieg endete am 8. Mai 1945 durch die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht.
Bislang hat die AfD auf eine KURIER-Anfrage nicht reagiert. Wie es zu diesen offensichtlich falschen Angaben kommen konnte, ist nicht klar. Grundsätzlich können Nutzer Änderungen an den Einträgen von Orten vorschlagen, wie hier beispielsweise bei den Öffnungszeiten. Dafür wird ein angemeldetes Google-Konto benötigt. In vielen Fällen werden solche Vorschläge automatisiert geprüft und teilweise auch übernommen.
Auch die CDU wurde Opfer ähnlicher Internet-Scherze
In diesem Fall scheint die Änderung wohl nicht überprüft worden zu sein. Die offensichtlich falschen Zeiten wurden vorübergehend angezeigt. Wer jetzt nach der AfD-Fraktion in Tempelhof-Schöneberg sucht, findet keinen Google-Eintrag mehr.
Das wars aber noch nicht mit dem Streich. Laut Tag24 hat auch die Verlinkung auf den Google-Eintrag für Stirnrunzeln gesorgt. Wer über die Google-Anzeige auf die Website der AfD-Fraktion gelangen wollte, wurde nicht zur offiziellen Seite weitergeleitet. Stattdessen erschien eine Seite mit einem großflächigen „FCK AfD“-Sticker.



