Dass Berlin so groß und unpersönlich ist, hört man tagtäglich zur Genüge – umso schöner, wenn dann doch mal etwas passiert, das einem zeigt: auch in dieser Millionenstadt sind Menschen noch bereit, zu helfen, wenn Not am Mann ist. So geschehen bei der Stadtmission. Vor einer Woche wurden zwei Kältebusse der Berliner Stadtmission schwer beschädigt, am Neujahrstag stand dann auch noch das dritte und letzte Fahrzeug des gemeinnützigen Vereins in Flammen. Doch die Berliner tun alles in ihrer Macht stehende, um zu helfen.
„Es sieht gut aus. Wir hatten so viele Hilfsangebote, dass wir anrufen und darauf zurückkommen können“, sagte Stadtmissionssprecherin Barbara Breuer. „Wir hatten nach dem ersten Brand eine Welle der Hilfsbereitschaft. Eine Autovermietung hat gesagt: Wir können euch Fahrzeuge zur Verfügung stellen – und andere Organisationen und Firmen auch.“ Diese Angebote wolle die Stadtmission jetzt annehmen.
Berliner helfen dem Kältebus mit Spenden
Aber auch von normalen Bürger kommen die Hilfsangebote. Merle Zander, eine Berliner Coachin, kommentiert auf Instagram: „Meine Tochter hat etwas von ihrem Taschengeld dazugegeben 🥹😍“. Auch die Deutsche Bahn Stiftung, die das Geld für den zerstörten Bus 2022 gespendet hatte, hat inzwischen 70.000 Euro für die Anschaffung eines neuen Busses zur Verfügung gestellt.
Überhaupt seien die Reaktionen überwältigend gewesen. Es habe viel Zuspruch, große Hilfsbereitschaft und auch etliche Spenden gegeben. Die Stadtmission hatte sich dafür bereits auf Instagram bedankt und ihre Erfahrungen so kommentiert: „Ihr seid einfach krass“, heißt es da. „Wer auch immer aus welchem Grund meinte, unseren Kältebus anzünden zu müssen, die letzte 24 Stunden haben gezeigt, dass die Solidarität in Berlin und darüber hinaus größer als das ist! Dass das Mitgefühl stärker ist als Hass und Abneigung, dass wir als Gemeinschaft zusammenrücken, um Menschen am Rande der Gesellschaft helfen zu können. Dass der Wunsch aufzubauen und zu helfen größer ist als Zerstörungswut und Hoffnungslosigkeit.“
Kältebusse konnten bisher wie gewohnt weiter fahren
In der vergangenen Nacht habe der Ausfall auch des dritten Kältebusses keine größeren Auswirkungen gehabt. „Gestern waren zwei unterwegs, das war regulär so geplant“, erklärte Breuer. „An Sonn- und Feiertagen sind einfach weniger Menschen unterwegs, und dann rufen auch weniger Menschen den Kältebus.“ Zwei Fahrzeuge seien dann in der Regel ausreichend.


