Mit Pfeil und Bogen schoss ein 55-Jähriger aus seiner Wohnung auf einen Passanten, der sich hinter einen Baum in Sicherheit bringen konnte. Sieben Monate nach der Attacke hat das Berliner Landgericht die Unterbringung des Schützen in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet, diese jedoch zugleich unter strengen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt.
Der „Bogenschütze vom Zionskirchplatz“ strahlte: Erik S. (55) musste nicht zurück in die Psycho-Klinik. Nach dem Urteil spazierte er aus dem Gerichtssaal. Der Richter: „Die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus wird angeordnet, aber unter Auflagen zur Bewährung ausgesetzt.“ Weil sich der Zustand von S. stabilisiert habe, er Medikamente bekomme.
Angeklagter schrie: „Ihr seid von der Mafia, ich werde euch alle umbringen.“
Er schoss im Wahn mit Pfeil und Bogen aus seiner Wohnung am Zionskirchplatz in Berlin-Mitte. Zwei Pfeile aus dem vierten Stock waren es am 18. Dezember. Wirre Gedanken trieben den gut situierten Geschäftsmann aus der Immobilienbranche. Gab es ein Komplott gegen ihn? Er brüllte aus dem Fenster: „Ihr seid von der Mafia, ich werde euch alle umbringen.“
Der Richter: „Zwei Pfeile gingen in Richtung eines Mannes, der auf einer Parkbank saß und Tee trank.“ Ein Pfeil schwirrte über den Mann hinweg, er sprang hinter einen Baum. Die zweite Spitze ging ins Holz.
Geschäftsmann Erik S. (55) fühlte sich verfolgt
Ein Sondereinsatzkommando der Polizei rückte an, nahm S. fest, fanden bei ihm ein Arsenal an Sportwaffen. Erst kam er in Haft, dann ins Krankenhaus des Maßregelvollzugs. Eine paranoide Schizophrenie wurde diagnostiziert.
S. reuig im Prozess: „Ich bin einem Hirngespinst aufgesessen, hielt den Mann für ein Mafia-Mitglied. Ich wollte ihn nur vertreiben, nicht treffen.“ Er habe sich verfolgt gefühlt.


