Kriminalität Berlin

Schon wieder eine Messerstecherei in Moabit – Polizei schlägt Alarm

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert nach gestern Abend ein Trageverbot für Klingen: „Wer eine Stichwaffe dabei hat, ist bereit, sie einzusetzen.“

Author - Sharone Treskow
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 Unweit der St. Paulus Kirche in Moabit kam es am Montagabend zu einer Messerstecherei.
Unweit der St. Paulus Kirche in Moabit kam es am Montagabend zu einer Messerstecherei.Axel Billig / Pressefoto Wagner

In Berlin werden zu viele Messer gezückt! Allein am Montagabend hat es wieder zwei Messerstechereien gegeben. Was bisher bekannt ist – und scharfe Worte der Gewerkschaft der Polizei.

Messerstecherei mit zwei Verletzten in Moabit

Wie unser KURIER-Nachtreporter berichtet, wurde am Montag gegen 19:25 Uhr die Berliner Feuerwehr in die Waldenser Straße Ecke Oldenburger Straße in Moabit gerufen. Hier hat es unweit der St. Paulus Kirche offenbar eine Messerstecherei gegeben: Der Notarzt vor Ort musste zwei Personen mit Stichverletzungen behandeln. Beide wurden in ein Krankenhaus verbracht.

Eventuell der Tatort: Dieser Bereich wurde im Rahmen des Vorfalls von der Polizei abgesperrt.
Eventuell der Tatort: Dieser Bereich wurde im Rahmen des Vorfalls von der Polizei abgesperrt.Olaf Wagner

Was hier genau vorgefallen ist, ist noch völlig unklar. Auch, ob es sich um einen Vorfall im Rahmen organisierter Kriminalität oder doch um eine private Angelegenheit gehandelt hat. Die Kriminalpolizei hat ihre Ermittlungen aufgenommen.

Berliner Polizei schlägt Alarm wegen Messergewalt

Laut Benjamin Jendro, dem Sprecher der Polizeigewerkschaft, kam es in der Nacht zu Dienstag sogar noch zu einer weiteren Messerattacke in Hellerdorf. Er sieht hier dringenden Handlungsbedarf und mahnt: „Wir müssen leider festhalten, dass es in der politischen Debatte über die ausufernde Messergewalt auf unseren Straßen ziemlich ruhig geworden ist, obwohl tagtäglich Menschen in der Öffentlichkeit zu Messern greifen, andere schwer verletzen und den Tod billigend in Kauf nehmen.“

Polizei-Beamte vor Ort nach der Messerstecherei in Moabit.
Polizei-Beamte vor Ort nach der Messerstecherei in Moabit.Olaf Wagner

„In der letzten Nacht haben wir in der Hauptstadt wieder mehrere Auseinandersetzungen erlebt, nach denen Menschen mit Stichverletzungen ins Krankenhaus kamen“, schildert Jendro und appelliert: „Wir brauchen endlich ein grundsätzliches Trageverbot jeglicher Messer in der Öffentlichkeit, denn wer eine Stichwaffe dabei hat, ist bereit, sie einzusetzen.“

Dabei geht es der Gewerkschaft natürlich auch um die Sicherheit ihrer Kolleginnen und Kollegen: „Die bei polizeilichen Maßnahmen immer wieder auf bewaffnete Personen treffen und prinzipiell Gefahr laufen, nicht mehr lebend aus dem Einsatz zu kommen.“

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