60 Euro für 20 Tage

Schlechte Nachrichten für Sparfüchse:  Mehrfachkarte der Sommerbäder gestrichen!

Für Vielschwimmer war die Mehrfachkarte der Berliner Bäder-Betriebe immer eine tolle Option. Doch das beliebte Sparmodell wurde abgeschafft.

Author - Sharone Treskow
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Das Sommerbad am Insulaner an der Grenze von Schöneberg zu Steglitz. Auch hier wird es in dieser Saison keine Mehrfachkarten mehr geben.
Das Sommerbad am Insulaner an der Grenze von Schöneberg zu Steglitz. Auch hier wird es in dieser Saison keine Mehrfachkarten mehr geben.Schoening/Imago

Die Sommermehrfachkarte der Berliner Bäder-Betriebe (BBB) war jahrelang eine einfache, preisgünstige und sehr beliebte Option: Für 60 Euro konnten Badegäste eine Saison lang 20-mal ins Freibad. Also für günstige drei Euro pro Besuch. Doch damit ist in diesem Jahr Schluss.

Mehrfachticket trotz hoher Nachfrage gestrichen

Die Sommermehrfachkarte wurde abgeschafft, wie die Berliner Bäder-Betriebe rbb|24 bestätigten. Besonders bemerkenswert: Trotz sinkender Besucherzahlen in den Sommerbädern stieg die Nachfrage nach der Karte deutlich – von rund 16.000 verkauften Tickets im Jahr 2024 auf etwa 20.500 im vergangenen Jahr.

Trotzdem sind die Sommermehrfachkarte und andere Sammelkarten bereits seit 2025 nicht mehr Teil der neuen Tarifsatzung, wie die BBB-Sprecherin Claudia Blankennagel erklärt.

Mehrere günstige Ticketoptionen sind von den Berliner Bäder-Betrieben abgeschafft worden.
Mehrere günstige Ticketoptionen sind von den Berliner Bäder-Betrieben abgeschafft worden.Emmanuele Contini/Imago

Mit dem Inkrafttreten der neuen Tarifsatzung im Mai 2025 wurden auch andere günstige Tickets für Freibäder abgeschafft: Zum Beispiel das Abendticket, mit dem man montags bis freitags ab 17:30 Uhr für nur 3,50 Euro in die Sommerbäder kam.

Schwammiger Grund für Abschaffung

Schon mit deren Einführung am 5. Mai 2025 stand fest, dass es die Mehrfachkarte 2026 nicht mehr geben würde – offiziell kommuniziert wurde das aber nicht. Auf der Website findet sich lediglich der Hinweis, dass „keine Sammelkarten mehr erworben werden können“, ohne konkret zu erwähnen, dass auch die Sommermehrfachkarte dazugehört. Zudem war sie im vergangenen Jahr trotz neuer Tarifregelung weiterhin erhältlich.

Vor allem für Vielschwimmer, die sich täglich ins Wasser stürzen, hatte sich die Mehrfachkarte gelohnt.
Vor allem für Vielschwimmer, die sich täglich ins Wasser stürzen, hatte sich die Mehrfachkarte gelohnt.Emmanuele Contini/Imago

Als Grund für die Änderungen nennt die BBB nicht etwa Sparzwänge oder Vorgaben des Senats. Vielmehr sei das Ziel gewesen, ein „modernes“ und „sozial verträgliches Tarifsystem“ zu schaffen, das das tatsächliche Nutzungsverhalten der Gäste berücksichtigt – und gleichzeitig gestiegene Kosten für Energie und Personal abfedert. Seit Mai 2025 kostet daher der reguläre Eintritt ins Freibad mindestens 6 Euro.

So können Berliner Badegäste trotzdem sparen

Für alle Berliner Sparfüchse gibt es einen schwachen Trost: „Wir haben das Rabattmodell Sommermehrfachkarte durch andere zeitgemäße Modelle ersetzt“, verrät die BBB-Sprecherin. So gibt es im neuen Tarifsystem bei der Online-Buchung bis zu 20 Prozent Rabatt – je weniger ein Zeitfenster gebucht worden ist, desto günstiger ist das Ticket. Der reguläre Preis für ein Tagesticket (sieben Euro) reduziert sich dann auf bis zu 4,80 Euro. Aber mit der Mehrfachkarte kam man bisher auf drei Euro pro Besuch.

Gute Nachrichten für Familien: Wenn zwei Erwachsene und ein Kind oder ein Erwachsener und zwei Kinder gemeinsam schwimmen gehen, kommt man mit dem „Badespaß-Tagesticket“ für rechnerisch 3,50 Euro pro Person auf ähnliche Eintrittspreise wie früher mit dem Sommerticket – allerdings nur in drei der 15 Sommerbäder. In allen anderen sind die Preise höher.

Außerdem gibt es jetzt für Vielschwimmer die Möglichkeit, ein BBB-Abonnement abzuschließen. Das kostet allerdings mindestens 90 Euro, weil ein Abo für mindestens drei Monate gebucht werden muss und das günstigste Modell bei 30 Euro im Monat liegt.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.