Das müssen Sie jetzt wissen

Hölle-Hitze: Wann Sie jetzt bei der Arbeit Anspruch auf Hitzepausen haben

Hammer-Hitze in Berlin. Viele Beschäftigte fragen sich deshalb: Gibt es Hitzefrei oder zusätzliche Pausen? Das müssen Arbeitgeber jetzt beachten.

Author - Mariella Mandurino
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Berlin erwartet ein Hitze-Wochenende mit Temperaturen bis zu 40 Grad.
Berlin erwartet ein Hitze-Wochenende mit Temperaturen bis zu 40 Grad.Imago

Berlin schwitzt. Zum Wochenende rollt eine extreme Hitzewelle über die Hauptstadt, es werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Während viele ins Freibad oder an den See flüchten, gibt es für Millionen Beschäftigte keine Wahl: Sie müssen trotz der Gluthitze arbeiten. Doch wann muss der Arbeitgeber reagieren? Und können Beschäftigte bei dieser Hitze zusätzliche Pausen verlangen?

Hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer in Deutschland nicht

Die Antwort lautet: Ja – allerdings nicht automatisch. Einen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei gibt es in Deutschland nämlich nicht. Wer wegen der Hitze einfach seinen Arbeitsplatz verlässt oder früher Feierabend macht, riskiert Ärger.

Stattdessen kommt es darauf an, wie heiß es am Arbeitsplatz tatsächlich wird. Bereits ab 26 Grad Raumtemperatur sollen Arbeitgeber prüfen, wie sich die Belastung für Beschäftigte verringern lässt. Wird es wärmer als 30 Grad, sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Dazu gehören beispielsweise Ventilatoren, Sonnenschutz an Fenstern, kühlere Arbeitsräume oder die Bereitstellung von Trinkwasser, berichtet rbb24.

Richtig interessant wird es jedoch bei 35 Grad. Erreicht ein Arbeitsraum diese Temperatur, gilt er nach den Technischen Regeln für Arbeitsstätten grundsätzlich nicht mehr als geeignet, es sei denn, der Arbeitgeber sorgt mit besonderen Schutzmaßnahmen für ausreichende Sicherheit.

Luftduschen, Hitzeschutzkleidung etc.: Diese Maßnahmen müssen Arbeitgeber prüfen

Dazu können ausdrücklich auch zusätzliche Hitzepausen gehören. Ebenso kommen Luftduschen, spezielle Hitzeschutzkleidung oder andere Maßnahmen infrage, die die körperliche Belastung reduzieren. Erst wenn sich sichere Arbeitsbedingungen auch dadurch nicht mehr herstellen lassen, kann es sein, dass Arbeitnehmer ihre Arbeit dort vorübergehend nicht fortsetzen können.

Besonders für Menschen, die draußen arbeiten, wird die Hitze schnell zur Qual.
Besonders für Menschen, die draußen arbeiten, wird die Hitze schnell zur Qual.Udo Herrmann/Imago

Trotzdem gilt: „Sich selbst einfach hitzefrei nehmen, geht nicht“, so Jessica Sturmberg von der ARD-Verbraucherredaktion im Gespräch mit rbb24. Wer wegen der Temperaturen früher gehen möchte, sollte das immer mit dem Arbeitgeber absprechen.

Besonders hart trifft die Hitzewelle Menschen, die im Freien arbeiten. Auf Baustellen, im Straßenbau oder bei Zustelldiensten müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter unter anderem mit Sonnenschutzmitteln, geeigneter Kleidung, Kopfbedeckungen und ausreichend Trinkwasser versorgen. Außerdem sollten körperlich besonders anstrengende Arbeiten möglichst in die kühleren Morgenstunden verlegt und zusätzliche Erholungspausen eingeplant werden.

Mitarbeiter im Büro können u.A. einen Ventilator von ihrem Arbeitgeber verlangen.
Mitarbeiter im Büro können u.A. einen Ventilator von ihrem Arbeitgeber verlangen.Thomas Trutschel/Imago

Für Beschäftigte im Homeoffice gelten diese Vorgaben dagegen nicht. Wer von zu Hause arbeitet, ist selbst dafür verantwortlich, für angenehme Temperaturen zu sorgen. Einen Anspruch auf Hitzefrei gibt es dort ebenfalls nicht.

Fest steht: Auch wenn niemand automatisch hitzefrei bekommt, müssen Arbeitgeber ihre Beschäftigten bei extremer Wärme schützen und dazu können unter Umständen auch zusätzliche Hitzepausen gehören.

Finden Sie, es sollte Hitzefrei für Arbeitgeber geben? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com