Berlin schwitzt. Zum Wochenende rollt eine extreme Hitzewelle über die Hauptstadt, es werden Temperaturen von bis zu 40 Grad erwartet. Während viele ins Freibad oder an den See flüchten, gibt es für Millionen Beschäftigte keine Wahl: Sie müssen trotz der Gluthitze arbeiten. Doch wann muss der Arbeitgeber reagieren? Und können Beschäftigte bei dieser Hitze zusätzliche Pausen verlangen?
Hitzefrei gibt es für Arbeitnehmer in Deutschland nicht
Die Antwort lautet: Ja – allerdings nicht automatisch. Einen gesetzlichen Anspruch auf Hitzefrei gibt es in Deutschland nämlich nicht. Wer wegen der Hitze einfach seinen Arbeitsplatz verlässt oder früher Feierabend macht, riskiert Ärger.
Stattdessen kommt es darauf an, wie heiß es am Arbeitsplatz tatsächlich wird. Bereits ab 26 Grad Raumtemperatur sollen Arbeitgeber prüfen, wie sich die Belastung für Beschäftigte verringern lässt. Wird es wärmer als 30 Grad, sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Dazu gehören beispielsweise Ventilatoren, Sonnenschutz an Fenstern, kühlere Arbeitsräume oder die Bereitstellung von Trinkwasser, berichtet rbb24.
Richtig interessant wird es jedoch bei 35 Grad. Erreicht ein Arbeitsraum diese Temperatur, gilt er nach den Technischen Regeln für Arbeitsstätten grundsätzlich nicht mehr als geeignet, es sei denn, der Arbeitgeber sorgt mit besonderen Schutzmaßnahmen für ausreichende Sicherheit.
Luftduschen, Hitzeschutzkleidung etc.: Diese Maßnahmen müssen Arbeitgeber prüfen
Dazu können ausdrücklich auch zusätzliche Hitzepausen gehören. Ebenso kommen Luftduschen, spezielle Hitzeschutzkleidung oder andere Maßnahmen infrage, die die körperliche Belastung reduzieren. Erst wenn sich sichere Arbeitsbedingungen auch dadurch nicht mehr herstellen lassen, kann es sein, dass Arbeitnehmer ihre Arbeit dort vorübergehend nicht fortsetzen können.

Trotzdem gilt: „Sich selbst einfach hitzefrei nehmen, geht nicht“, so Jessica Sturmberg von der ARD-Verbraucherredaktion im Gespräch mit rbb24. Wer wegen der Temperaturen früher gehen möchte, sollte das immer mit dem Arbeitgeber absprechen.
Besonders hart trifft die Hitzewelle Menschen, die im Freien arbeiten. Auf Baustellen, im Straßenbau oder bei Zustelldiensten müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter unter anderem mit Sonnenschutzmitteln, geeigneter Kleidung, Kopfbedeckungen und ausreichend Trinkwasser versorgen. Außerdem sollten körperlich besonders anstrengende Arbeiten möglichst in die kühleren Morgenstunden verlegt und zusätzliche Erholungspausen eingeplant werden.



