Die Sonne brennt heiß über der traditionellen Rennbahn in Hoppegarten bei Berlin. Es herrscht ein großer Besucheransturm, der süße Geruch von Vorfreude und Eleganz liegt in der Luft. Wer Hoppegarten betritt, lässt den grauen Asphalt Berlins hinter sich. Es ist, wie eine Besucherin treffend beschreibt, ein „Ausflug in eine andere Welt“.

Herzstück dieses Pfingstsonntages in Hoppegarten, ist der jährliche Hutwettbewerb. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben sich immense Mühe. Es gibt verschiedene Kategorien: Von der „Besten Gruppe“ bis hin zum spektakulärsten „Gesamtoutfit“. Eine Teilnehmerin, die im Vorjahr mit Federn und Pailletten den ersten Platz belegte, genießt es einfach, sich wieder „hübsch machen“ zu können, auch wenn sie in diesem Jahr auf einen dezenteren Hut setzt.
Sieger-Stute von Hoppegarten hat „ein großes Herz“
Doch die wahre Dramatik spielt sich auf dem Geläuf ab. Das Diana-Trial 2026 (Gruppe 3) zieht alle Blicke auf sich. Als die Programmnummer 5 als Erste über die Ziellinie galoppiert, gibt es kein Halten mehr. Für die Züchterin Nicole Safarowski ist dieser Sieg „unbeschreiblich“. Die Geschichte hinter dem Sieg der Stute Gua Lipa rührt viele Zuschauer: Das Fohlen kam zu früh auf die Welt, war anfangs viel zu klein und kämpfte später gegen eine Infektion. „Sie hat ein großes Herz und Kampfgeist“, sagt Nicole sichtlich bewegt.

Der Moment des Triumphs war filmreif: Nicole Safarowski rannte über die Rennbahn Trainer Andreas Suborics entgegen – und das auf hohen Absätzen. „Es hatte so ein bisschen was von Hollywood“, lacht der Moderator angesichts dieser emotionalen Eruption.
Hoppegarten verbindet. Da sind die jungen Besucherinnen wie Vivian und Stine, beide 18 Jahre alt, die schon hierherkommen, seit sie klein sind. Für sie ist der Renntag eine Tradition, die sie mit ihren eigenen Reitpferden zu Hause verbindet, auch wenn diese keine Galopprenner sind.
Claus Theo Gärtner und Tom Schilling unter den Gästen
Was gehört also zu einem perfekten Renntag dazu? Die Antworten der Besucher sind eindeutig: „Gute Laune, gute Leute, gutes Wetter“, sagt beispielsweise Tom Schilling, der mit seiner Frau, der Regieassistentin Annie, immer wieder Gast auf der VIP-Tribüne in Hoppegarten ist. „Und gute Drinks“, ergänzt Schauspielkollege Claus Theo Gärtner („Ein Fall für zwei“).

Die Reichen und Schönen kommen zum einen wegen der Pferde. „Ich setze nur, wenn mein Bauch mir ‚ja‘ sagt... Wenn er nicht ‚ja‘ sagt, dann lasse ich es“, verrät eine Besucherin ihre Strategie, sich beim Wetten ganz auf die Intuition zu verlassen.
Zum anderen kommen die Menschen aber auch nach Hoppegarten, weil es ihnen ein Bedürfnis ist, sich in Schale zu schmeißen, „sich mal wieder hübsch zu machen“. Eine Dame namens Britt Kanja, der man auch ohne Googeln ansieht, dass sie die „Grand Dame des Berliner Nachtlebens“ sein könnte, freut sich über „wohlüberlegt behütete Leute“ in Hoppegarten und meint –ihrem Hut nach zu urteilen – wohl auch sich selbst. Gut so. Ein bisschen Selbstliebe hat noch niemandem geschadet – am allerwenigsten den Berlinern. Die Stilikone fühlt sich wie viele hier „zeitversetzt in einer wunderschönen Umgebung“.
Ermöglichen tut das neben dem Rennbahninhaber Gerhard Schöningh auch Tini Gräfin Rothkirch, Vorsitzende des Rennklubs. Die Gräfin ist eine Dame, die sich keine Pause gönnt, für emotionale Momente hat sie nur wenig Zeit. Trotz aller Umtriebigkeit, auch eine Tini Gräfin Rothkirch kann sich nach mehr als einem Jahrzehnt noch über die Kreativität der Besucher freuen. Das sei für sie immer noch das „Highlight des Jahres“.

