Es ist eine perfide Masche: Kriminelle geben sich als Mitarbeiter von Wasserwerken aus, übertölpeln ihre Opfer, um Geld und Schmuck zu klauen. Wie bei Margarete B. (89). Sie kam vom Sport, als sie vor ihrem Wohnhaus in Schöneberg angesprochen wurde. Die Rentnerin: „Ein Herr im Blaumann, er hatte Werkzeug dabei.“ Er meine: „Ein Rohrbruch, im Nebenhaus ist das Wasser rostig.“ Und verlangte: „Ich muss mal prüfen, wie es bei Ihnen ist.“
Rentnerin lässt Wasserwerker vor der Tür stehen
Sie war vorsichtig, reagierte taff – „Sie bleiben draußen!“ Margarete B. ging allein in die Wohnung, drehte in der Küche den Wasserhahn auf – „ist alles okay“. Er stand an der Wohnungstür, ließ nicht locker - „wie ist es im Bad?“ Dann stand auch er im Badezimmer – „er machte sich am Abfluss zu schaffen.“ Doch der falsche Wasserwerker hatte dafür gesorgt, dass ein Komplize in die Wohnung schleichen konnte. Es war Robert B. (48), der bei der Rentnerin dreist in Schubladen langte. Sie sah ihn nun im Gericht wieder.
Notorisch kriminell seit 20 Jahren: Er wurde immer wieder wegen Diebstahls verurteilt, saß mehrmals im Knast, machte weiter. Das Geständnis des vierfachen Vaters: „Tut mir von Herzen leid, aber meine Mutter war krank, meine Situation schlecht.“ Inzwischen sei er selbständig – „eine Gebäudereinigung“.

Robert B. war ebenfalls als Wasserwerker verkleidet, als er am 16. April 2024 gegen 12.45 Uhr in die Wohnung der Seniorin schlich. Er nahm Münzen und Schmuck, er steckte 1.100 Euro ein, die Margarete B. für einen Urlaub gespart hatte. Gesamtwert der Beute: 6.755 Euro.
Falscher Wasserwerker ließ Schmuck mitgehen
Besonders schmerzlich: Auch ein goldenes Biedermeier-Medaillon ließ er mitgehen. Die Rentnerin zum Richter: „Von allem, was mir gestohlen wurde, war es das Wertvollste. Da war eine Locke meines verstorbenen Lebensgefährten drin.“ Entschlossen ging die rüstige Seniorin auf Robert B. zu. Was sie sagte, ließ ihn zusammenzucken: „Ich wünsche, dass Ihrer Mutter sowas nie passiert.“

Das Medaillon, eine Kette, Ohrringe, Münzen – alle Erinnerungsstücke wurden verkauft. B.: „Hat der Mittäter gemacht. Er gab mir 2.000 Euro.“ Zur Tat in Berlin war das skrupellose Duo aus dem Rheinland angereist. B. wurde durch Bilder einer Türkamera überführt. Den Namen des Komplizen nannte er nicht.




