Am Telefon

Mit einer einfachen Frage entlarvt eine 87-Jährige einen Trickbetrüger

Mit einer verbreiteten Masche wollte ein Trickbetrüger an das Geld einer 87-Jährigen kommen. Doch die setzte ihn mit nur einer Frage schachmatt.

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Eine 87-Jährige behielt bei einem Schock-Anruf einen kühlen Kopf. (Symbolfoto)
Eine 87-Jährige behielt bei einem Schock-Anruf einen kühlen Kopf. (Symbolfoto)Evgeniia Gordeeva/Zoonar/Imago

Ein fieser Anruf, wie ihn viele Senioren in Deutschland bekommen. Bei einer 87-Jährigen in Hagen klingelt am Mittwochnachmittag das Telefon. Es meldet sich ein Mann, vermutlich mit brüchiger Stimme. Er behauptet, der Sohn der Frau zu sein. Er sei schwer krank, krächzt er. Doch die Seniorin durchschaute die Situation sofort – und trickste den Trickbetrüger mit nur einer Frage aus.

Anrufer gab sich als schwer kranker Sohn aus

Der Anrufer erzählte, er liege auf der Intensivstation eines Krankenhauses. Er habe sich mit dem Ebolavirus infiziert, sagte er, und brauche dringend eine lebensrettende Spritze. Die koste viel Geld. Womit er auf die für ihn entscheidende Frage kam. Wie viel Geld sie im Haus und sofort verfügbar habe, wollte er von der 87-Jährigen wissen.

Die Seniorin ließ sich allerdings trotz des Schreckmoments nicht täuschen. Statt in Panik zu geraten, stellte sie dem Anrufer eine einzige, klare Gegenfrage – eine, die nur ihr echter Sohn hätte beantworten können. Sie will von dem Anrufer das Geburtsdatum ihres Sohnes wissen.

Damit hat sie den Trickbetrüger am Telefon schachmatt gesetzt. Ohne ein weiteres Wort legte der Mann sofort auf. Für die 87‑Jährige war damit klar: Der Anruf war ein Betrugsversuch. Sie informierte die Polizei in Hagen, die ein Strafverfahren einleitete. Und den Fall nun nutzt, um andere Senioren zu informieren, wie wirkungsvoll so eine Nachfrage bei solchen Telefonbetrugsmaschen sein kann.

Auch wenn der Anruf schockt: Nicht unter Druck setzen lassen!

Die Polizei rät: „Wenn sich Personen am Telefon als Angehörige ausgeben, Geld fordern und Sie sich nicht sicher sind, ob es sich tatsächlich um eine Ihnen vertraute Person handelt, sollten Sie persönliche Informationen erfragen, die nur echte Angehörige kennen.“ Wie im Fall der 87-Jährigen kann es ein Geburtsdatum sein. Aber auch andere Dinge, die der Trickbetrüger nicht wissen kann.

Ganz wichtig auch: Sich nicht unter Druck setzen lassen. Trickbetrüger arbeiten fast immer mit Zeitdruck, emotionalen Geschichten oder angeblichen Notfällen. Die Polizeiliche Kriminalprävention betont: Bei dubiosen Geschichten sofort auflegen. Beenden Sie das Gespräch und wählen Sie den Polizeinotruf 110. Auch wenn kein Schaden entstanden ist, hilft die Meldung, andere zu schützen.

Im Zweifel rufen Sie den Angehörigen, der vermeintlich am Telefon ist, selbst an. Und zwar unter der Nummer, die Sie kennen – nicht unter der, die Ihnen der Anrufer nennt. So lassen sich falsche Identitäten schnell entlarven.