Nützliche Blütenpracht

Tankstellen für Bienen: Expertin verrät die besten Frühblüher

Mit diesen Pflanzen und Blumen können Hobbygärtner Insekten nach dem eisigen Winter jetzt besonders gut helfen.

Author - Stefan Doerr
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Hornveilchen bringen Farbe ins Beet und liefern Insekten Nahrung.
Hornveilchen bringen Farbe ins Beet und liefern Insekten Nahrung.Horst Galuschka/Imago

Frühling in Berlin und plötzlich zieht es alle wieder raus auf Balkon, Terrasse oder in den Kleingarten. Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen greifen Berliner Hobbygärtner zu Erde, Töpfen und Samenpäckchen. Dabei können Pflanzenfreunde das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Denn nicht jede Pflanze oder Blume ist gleich wichtig für das Überleben von Insekten, die es gerade in der Stadt immer schwerer haben, gute Nahrungsquellen zu finden. Welche Pflanzen und Blumen den Tieren besonders gut helfen, weiß Expertin Beate Reuber, Parkbotschafterin der Gärten der Welt in Berlin-Marzahn.

Der schöne Schein hilft Insekten oft nicht

Die Gartenexpertin weiß, worauf es ankommt, wenn Bienen, Hummeln und Schmetterlinge möglichst früh Nahrung finden sollen. Mit einfachen Tricks kann jeder Balkon- und Gartenbesitzer Insekten nach dem eisigen Winter jetzt besonders viel Nektar und Pollen bieten.

Die Kornelkirsche bietet jetzt viel Pollen und Nektar und lockt im Herbst mit saftigen Kirschen.
Die Kornelkirsche bietet jetzt viel Pollen und Nektar und lockt im Herbst mit saftigen Kirschen.Chromorange/Imago

„Viele greifen im Frühling zu Pflanzen, die zwar schön aussehen, aber für Insekten völlig nutzlos sind“, sagt Reuber. Besonders gefüllte Blüten seien problematisch: Sie sehen üppig aus, bieten aber weder Nektar noch Pollen. Auch die wunderschön gelb leuchtenden Forsythien fallen leider in diese Kategorie.

Sehr gute Bienenpflanzen dagegen seien „beispielsweise Wildkrokusse, Winterlinge, frühe Narzissen, Schneeglöckchen, Wildtulpen und Märzenbecher“, rät Reuber im Berliner KURIER. Allerdings müssen diese Zwiebeln schon im Herbst in die Erde.

Auch Küchenkräuter wie Rosmarin sind wahre „Tankstellen“! für Insekten.
Auch Küchenkräuter wie Rosmarin sind wahre „Tankstellen“! für Insekten.Addictive Stock/Imago

Wer erst jetzt loslegen will, muss aber auch nicht verzweifeln. Beate Reuber empfiehlt Stauden wie Stängellose Schlüsselblume, Bärlauch, Buschwindröschen, Küchenschelle, Lungenkraut oder Hornveilchen. Auch Sträucher wie die Kornelkirsche, Sal-Weide, Winterjasmin, Blutpflaume, Schlehe und Weißdorn sind echte Insektenmagnete.

Im April geht es weiter mit Kaiserkrone, späten Wildtulpen und Narzissen. Wer einjährige Frühblüher bevorzugt, greift zu Vergissmeinnicht, Bellis, Veilchen oder Goldlack. Und für die etwas späteren Wochen eignen sich Glockenblumen, Klatschmohn, Akelei, Gänsekresse und Blaukissen. Empfehlenswert sind auch Obstgehölze wie Kirsche, Apfel oder Pflaume.

Wichtig sei vor allem eines, betont Reuber: „ungefüllte Blüten“. Außerdem braucht es Sonne bis Halbschatten und eine gute Mischung aus Frühblühern, Stauden und Gehölzen, damit die Insekten von März bis Oktober durchgehend Nahrung finden“, rät die Expertin. Je mehr unterschiedliche Blühzeiten, desto besser.

Parkbotschafterin Beate Reuber hat wichtige Tipps für Hobbygärtner.
Parkbotschafterin Beate Reuber hat wichtige Tipps für Hobbygärtner.Hohlfeld/Imago

Und was ist mit den vielen Mini-Balkonen in der Stadt? Auch dort lässt sich einiges tun, damit es an der Insekten-Tankstelle kräftig summt und brummt. Reuber rät zu einer Kombination aus Zwiebeln und Einjährigen.

Und auch zu praktischen Klassikern, die oft unterschätzt werden: Küchenkräuter! Thymian, Salbei, Oregano, Lavendel, Rosmarin, Minze, Zitronenmelisse, Ysop, Borretsch, Dill, Koriander oder Schnittlauch gedeihen bestens in Kästen und Kübeln. Lässt man sie teilweise blühen, werden sie zur perfekten Bienenweide und sie liefern gleichzeitig frische Zutaten für die Küche.

Buschwindröschen treiben weiße Blüten als Pollenlieferanten aus.
Buschwindröschen treiben weiße Blüten als Pollenlieferanten aus.Gottfried Czepluch/Imago

Damit die Pflanzen auch wirklich gedeihen, sollten typische Anfängerfehler vermieden werden. Einjährige sind frostempfindlich, man sollte sie also nicht zu früh rausstellen, rät die Gartenfachfrau. Pflanzen mit ähnlichem Wasserbedarf gehören zusammen.

Und der Standort muss stimmen. Die meisten Blühpflanzen wollen Sonne. Das größte Problem bleibt aber das Gießen. Reuber empfiehlt die Fingerprobe, dabei sollte die Erde weder matschig noch staubtrocken sein.

Beim Einpflanzen selbst muss der Wurzelballen feucht sein. „Setzt man den Ballen zu trocken in die Erde, ist eine spätere Wasseraufnahme oftmals nicht mehr möglich.“ Danach gut festdrücken, angießen und dann regelmäßig, aber nicht übertrieben wässern.

Wie ist Ihre Meinung dazu? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com