Wie muss es sich anfühlen, wenn der Sohn, wenn der fünfjährige Bruder, morgens in die Kita geht und nie wieder zurückkommt, weil er einen unvorstellbaren, unvorhersehbaren tödlichen Unfall erleidet? Die Familie eines Kita-Kinds aus Niederschöneweide muss sich das nicht vorstellen – sie lebt seit Montag mit der Trauer. Als eine Terrassentür Anfang der Woche auf den fünfjährigen Jannik fiel, endete nicht nur sein Leben. Nun rufen die beiden Onkel des Jungen im Internet zum Spenden für die Familie des Jungen auf.
Familie sammelt Spenden für verunglücktes Kita-Kind
„Es lässt sich gar nicht in Worte fassen, was da passiert ist! Aber wir hoffen durch diese Aktion den Schmerz gerade auch der Geschwister und des Vaters etwas lindern zu können, auch wenn es den geliebten Jannik natürlich und leider nicht zurückbringen kann!“ – so heißt es in einem Aufruf auf der Spenden-Seite GoFundMe. Der verstorbene Jannik (5) hinterlässt einen Vater, Geschwister und eine ganze Familie, die nun durch Geldsorgen nicht richtig trauern können.

Die beiden Onkel des Jungen riefen darum online um Spenden auf, beide Spendenaktionen kommen der Familie zugute, schreiben sie. Ziel sei es, nicht nur eine angemessene Beerdigung zu finanzieren, sondern die Verbliebenen auch emotional in den kommenden Wochen zu entlasten, darunter auch mit einem gemeinsamen Urlaub.
„Eltern, Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkels, Verwandte und Freunde sind durch diesen plötzlichen Tod zutiefst erschüttert. Unsere Familie braucht dringend Unterstützung, um diesen schweren Weg nicht allein gehen zu müssen“, schreibt Phillip Fuchs. „Wir möchten unserem kleinen Jungen einen Abschied schenken, der seiner Liebe, seinem Lachen und seinem Platz in unserem Leben gerecht wird.“
Solidarität für kleinen Jannik aus Niederschöneweide
Beide Aufrufe haben schon in kurzer Zeit eine große Welle der Solidarität ausgelöst. Mehr als 36.000 Euro sind in der einen Aktion zusammengekommen (Stand 22. Januar, 18 Uhr), mit einem Ziel von 40.000 Euro, die andere Aktion hat es auf über 2000 Euro von gewünschten 10.000 Euro geschafft. Neben vielen kleineren Spenden gingen auch besonders hohe Beträge von 4000 Euro und einmal 2700 Euro ein.

In den Kommentaren teilten viele Spender ihre Trauer mit Janniks Hinterbliebenen. Ein Mann, der 50 Euro gespendet hatte, schreibt: „Worte können nicht beschreiben, was man in solchen Momenten fühlt, was der Schmerz mit einem macht. Mein Mitgefühl den Eltern und Verwandten. Ich wünsche euch viel Kraft und Menschen an eurer Seite, die euch stützen werden, in dieser schweren Zeit.“


