Jeder kennt jeden und passt auf den anderen auf – das gilt wohl nur für ein Leben auf dem Dorf. In der Hauptstadt geht es da schon deutlich anonymer zu. Viele Berliner kennen nicht einmal ihre direkten Nachbarn. So kam es wohl auch zu diesem traurigen Umstand: Eine Person ist in ihrer Wohnung ums Leben gekommen, doch offenbar ist niemandem etwas aufgefallen! Die Leiche wurde jetzt entdeckt – viel später und wohl aufgrund des starken Verwesungsgeruchs.
Leichnam in Berlin-Schöneberg geborgen, Person schon lange tot

In der Nacht zu Samstag gab es einen äußerst traurigen Einsatz in Berlin. Der Fotograf Morris Pudwell war vor Ort und berichtet dem KURIER: Kurz vor 1 Uhr wurde die Berliner Feuerwehr von einem Fachkommissariat der Berliner Polizei in die Traegerstraße nach Schöneberg alarmiert. „Den Einsatzkräften war sicherlich nicht klar, was ihnen bevorstand: eine Leichenbergung der besonderen Art“, so Pudwell.
Die Wohnung im zweiten Obergeschoss eines fünfstöckigen Wohnhauses, wo die Leiche gefunden wurde, war von außen stockdunkel, an den Fenstern hatte sich Eis gebildet. Nach ersten Erkenntnissen sollen weder Strom noch Heizung in Betrieb gewesen sein. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr gingen schließlich in gelben Schutzanzügen und mit Atemmaske in die Wohnung – und bargen den entdeckten Leichnam für die Gerichtsmedizin. Ob es sich bei dem verstorbenen Menschen um einen Mann oder eine Frau handelt, wurde von der Polizei noch nicht bekannt gegeben.

„Extremer Verwesungsgeruch drang aus den Räumlichkeiten“, berichtet Pudwell. So wurde die tote Person am Ende wohl auch bemerkt. Daraus lässt sich schließen: Die Leiche muss schon längere Zeit in der Wohnung gelegen haben! „Bis jetzt weiß niemand, was sich dort für ein trauriges Schicksal abgespielt hat. Nur, dass es keine Straftat gewesen ist“, schildert Pudwell weiter. Ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren sei eingeleitet worden, um die Umstände zu klären.


