Ein Aufkleber an der Laterne, ein Flyer im Briefkasten und plötzlich ist der Weg zur Droge nur noch einen Klick entfernt. Was wie ein makabrer Lieferservice klingt, ist in einigen Berliner Kiezen längst Realität. Die neue Werbemasche von Dealern sorgt jetzt für große Sorge bei Experten.
Drogen werden wie ein Essenslieferdienst beworben
Die Landessuchtbeauftragte schlägt Alarm. Die Entwicklung sei „äußerst besorgniserregend“, sagt Heide Mutter, die in Berlin alle Fragen rund um Drogen und Sucht koordiniert. Aus ihrer Sicht wird hier eine gefährliche Grenze verschoben. „Wenn illegale Drogen wie ein Lieferdienst beworben werden und der Zugang nur noch einen Klick entfernt ist, sinkt die Hemmschwelle erheblich.“

Werbung erreicht Minderjährige
Tatsächlich tauchen immer häufiger Flyer in Briefkästen oder Aufkleber im öffentlichen Raum auf. Sie werben ganz offen für Drogen. Und bestellt wird per WhatsApp oder über einen QR-Code. Ein System, das an Essenslieferdienste erinnert, nur dass es hier um Kokain, Cannabis und Aufputschmittel geht.
Was die Reklame besonders brisant macht, ist die Tatsache, dass sie auch Minderjährige erreicht. „Sie begegnen solchen Botschaften im Alltag und können mit wenigen Handgriffen Kontakt zu Dealern aufnehmen.“ Genau das sei das Problem, warnt Mutter. Die einfache Verfügbarkeit könne dazu führen, dass Drogenkonsum als normal wahrgenommen wird. Risiken würden verharmlost, der Einstieg erleichtert.


