Vertrockneter Rasen, ein Springbrunnen, Fahnenmasten und ein paar Bäume. Der Ernst-Reuter-Platz (früher auch „das Knie“) in Berlin-Charlottenburg ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, könnte aber rein optisch mal eine gehörige Portion Liebe vertragen. Das dachte sich jetzt wohl auch das Bezirksamt.
Ernst-Reuter-Platz wird zum Blütenmeer
Endlich tut sich hier mal was! Das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf gestaltet die rund 7000 Quadratmeter große Wiesenfläche auf dem Ernst-Reuter-Platz neu, um sie besser gegen Hitzeperioden und andere Klimaextreme zu wappnen – mit einer Aufhübschung als nettem Nebeneffekt.
Bereits im November 2025 wurden dafür 60 Tonnen Gütekompost in den Boden eingearbeitet, was die Wasserspeicherfähigkeit erhöhen und den Pflanzen eine stabile Wachstumsgrundlage bieten soll. Zusätzlich verwendete das Bezirksamt Regiosaatgut, um eine widerstandsfähigere Wiesenfläche zu entwickeln und den kühlenden Verdunstungseffekt des Grüns zu stärken.

Es wird bunt auf dem Ernst-Reuer-Platz: Das Bezirksamt pflanzte außerdem rund 70.000 Blumenzwiebeln heimischer Wildpflanzenarten. Darunter befinden sich etwa 25.000 Wildtulpenzwiebeln (Tulipa fosteriana, Tulipa greigii) und 45.000 Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum). Diese sollen, je nach Witterung, im April und Mai blühen und den denkmalgeschützten Platz in ein buntes Blütenmeer verwandeln.
Berliner Studenten werden sich freuen
Das Bezirksamt reagiert mit den neuen Maßnahmen auf die starke Sommerhitze, der der Ernst-Reuter-Platz schutzlos ausgesetzt ist: hitzeresistente und wassersparende Pflanzen, mehr Lebensraum für Insekten und eine angepasste Pflege der Rasenflächen. So soll der Platz „besser auf die klimatischen Herausforderungen der Stadt vorbereitet“ werden.
Hoffentlich wird „das Knie“ dann in dieser Saison nicht mehr so furchtbar vertrocknet aussehen. Vergangenen Sommer (wärmster Tag war der 2. Juli mit 37,6 Grad Celsius) war der Rasen hier eine einzige gelbe Trauershow.

Die Grünfläche inmitten des Kreisverkehrs wird heute gerne von Studentinnen und Studenten der nahe liegenden Unis genutzt. Im direkten Umfeld befinden sich unter anderem Standorte der Technischen Universität und der Universität der Künste sowie einige private Hochschulen.


