Was war das für eine Pressekonferenz zur Silvesterparty am Brandenburger Tor? Es war eine Provinzposse epischen Ausmaßes und der Hauptstadt nicht würdig. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner, Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer der senatseigenen Kulturprojekte GmbH, präsentierten ihre Party-Pläne.
Wegner kommt es auf die Fernsehbilder an. Ein Feuerwerk am Brandenburger Tor, übertragen von der ARD für siebeneinhalb Minuten in der Florian-Silbereisen-Show. Berlin als kleiner Sidekick in einer Schlagersendung? Das ist unwürdig.
Das Programm der Drei-Stunden-Mini-Party: Start um 22 Uhr mit Getränken und DJs, die Hits aus den 80er- und 90er-Jahren spielen. Das klingt nach Dorffest-Lambada der schlimmeren Ausprägung.
Nach dem Feuerwerk soll es ein Elektro-Liveset geben, hat schon mehr mit dem Sound Berlins zu tun. Aber nur eine Stunde! Kein sich selbst ernst nehmender Synthesizer-Musiker lässt sich darauf ein. Nach einer Stunde beginnt so ein Liveset eigentlich erst richtig. Ich rate zum Nachhilfeunterricht für Techno-Raven.
Insgesamt klingt das alles arm und total unsexy. Das ist nicht Berlin. Mehr Spirit der Hauptstadt saugt dagegen die parallel laufende Tanz-Demonstration an der Siegessäule und auf dem 17. Juni, die für 100.000 Teilnehmer seit dem 31. Juli angemeldet ist, auf.

