Schock für die 70 Beschäftigten der Domo Engineering Plastics GmbH in Premnitz: Das belgische Chemieunternehmen Domo Chemicals stoppt den Betrieb am Standort in Brandenburg und in zwei weiteren Fabriken in Sachsen-Anhalt. Die Produktion wird auf einen Notbetrieb heruntergefahren.
Die Verhandlungen sind gescheitert
Während der Weihnachtstage hatten drei Tochtergesellschaften des Chemieunternehmens Insolvenz angemeldet. Nun scheiterten Verhandlungen mit Gläubigern über ein kurzfristiges Massedarlehen zur Zwischenfinanzierung. „Der Kontostand der insolventen Gesellschaften liegt bei annähernd null und die Aussicht auf eine dringend benötigte Zwischenfinanzierung hat sich heute zerschlagen“, erklärte Insolvenzverwalter Prof. Dr. Lucas F. Flöther.
Über 500 Beschäftigte verlieren ihren Job
Die über 500 Beschäftigen sowie die zuständigen Behörden seien über die gescheiterten Finanzierungsgespräche informiert worden, erklärte Förster. Betroffen sind drei deutsche Tochterunternehmen der Domo Chemicals-Gruppe, die am 25. Dezember Insolvenzantrag gestellt hatten: Domo Chemicals GmbH (Leuna) mit rund 35 Beschäftigten, die Domo Caproleuna GmbH in Leuna mit rund 480 Beschäftigten und in Brandenburg die Domo Engineering Plastics GmbH Premnitz mit rund 70 Beschäftigten.
Die drei Gesellschaften gehören zu einer internationalen Unternehmensgruppe mit Hauptsitz im belgischen Gent. Die Folgen der Insolvenz könnten jedoch weit über Domo hinausreichen. Auch Zulieferbetriebe in der Region stehen unter Druck. In Leuna und Premnitz wurde vor allem Kunststoff produziert, der unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche eingesetzt wird.

Konzern hofft auf Rettung in letzter Sekunde
Nun sollen die Anlagen an den beiden Standorten kontrolliert und sicher heruntergefahren werden. Doch es gibt auch noch Hoffnung: Ganz ausgeschlossen ist ein Neustart der Anlagen offenbar nicht. „Es sei nicht völlig ausgeschlossen, dass der Betrieb irgendwann wieder hochgefahren werden kann“, sagte Flöther.
Ein dauerhafter Stillstand hätte gravierende Folgen. „Für die Anlagen und den Chemiestandort, aber auch für die Gläubiger wäre das jedenfalls eine Katastrophe“, so der Insolvenzverwalter.


