Berlin-Mitte

Hohenzollerngruft im Berliner Dom wieder für alle offen

Nach sechs Jahren Sanierungszeit öffnet die Gruft mit 91 Särgen von Adligen im Berliner Dom mit einem Tag der offenen Tür

Author - Stefan Doerr
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Schluss mit Grusel, die Gruft ist jetzt heller gestaltet.
Schluss mit Grusel, die Gruft ist jetzt heller gestaltet.Soeren Stache/dpa

Nach sechs langen Jahre ist Berlins berühmteste Gruft wieder offen! Der Berliner Dom feiert heute am Samstag die Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft mit einem Tag der offenen Tür. Von 10 bis 18 Uhr dürfen Besucher kostenlos in den Dom und hinab zur frisch sanierten Adligen-Gruft steigen.

Zur Feier gibt's Erbsensuppe

Zur Feier des Tages gibt es sogar Erbsensuppe für alle als eine Erinnerung an die Dom-Einweihung 1905. Damals ließ Kaiser Wilhelm II. im Lustgarten Suppe ausschenken. Domprediger Stefan Scholpp knüpft nun an diese Tradition an und hofft auf regen Andrang.

Am Sonntag folgt der offizielle Teil: Beim Festgottesdienst um 10 Uhr werden unter anderem Kulturminister Wolfram Weimer und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) Grußworte sprechen.

Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Sarg von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen
Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Sarg von König Friedrich Wilhelm II. von PreußenImago/epd

Särge der Herrscher Preußens

Die Gruft auf der Museumsinsel ist die wichtigste Begräbnisstätte des früheren Kaiserhauses. 91 erhaltene Sarkophage mit den sterblichen Überresten von Angehörigen der Dynastie der Hohenzollern sind hier untergebracht, darunter die wuchtigen Särge von Friedrich Wilhelm, dem Großen Kurfürst, der das Land nach den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges stabilisierte sowie der Sarkophag seiner Gattin Dorothea.

Auch Preußens erster König Friedrich I. und seine Frau Sophie Charlotte sind in der Gruft bestattet. Nach Sophie Charlotte ist der Bezirk Charlottenburg samt Schloss benannt.

Ganz ohne Wermutstropfen bleibt die Wiedereröffnung der Gruft allerdings nicht. Die Preise steigen deutlich: Statt 10 Euro wie bisher kostet der Eintritt künftig 15 Euro. Tickets gibt es online und an der Kasse.

Dombaumeisterin Sonja Tubbesing und Domprediger Stefan Scholpp freuen sich auf die Wiedereröffnung der Gruft.
Dombaumeisterin Sonja Tubbesing und Domprediger Stefan Scholpp freuen sich auf die Wiedereröffnung der Gruft.Markus Wächter/Berliner Zeitung

Sanierung war nötig wegen des Besucheransturms

2020 war die Gruft geschlossen worden, weil ihr das Besucherklima zusetzte: Feuchtigkeit, Wärme und Schimmel bedrohten die historischen Särge.

Nach der 29 Millionen Euro teuren Sanierung sorgen jetzt neue Klimatechnik, ein überarbeiteter Rundgang und sogar ein Aufzug in die Tiefe dafür, dass die preußische Geschichte wieder zugänglich ist, und zwar trocken und sicher. Während der sechsjährigen Sanierungszeit waren die Särge an einem geheimen Ort in Pankow untergebracht.

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