Eine Frau trägt Maske bei der Büroarbeit. Foto: imago images/Sabine Gudath

Nach Beratungen der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel haben der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstagabend auf einer Pressekonferenz über die neuen Corona-Maßnahmen für Berlin informiert.

Wegen zuletzt gestiegener Infektionszahlen gilt in Berlin künftig eine Maskenpflicht in Büro- und Verwaltungsgebäuden. Beim Arbeiten am Schreibtisch soll die Regelung nicht greifen.

Bei privaten Feierlichkeiten gilt in Berlin künftig eine Teilnehmer-Obergrenze von 25 Personen innerhalb von Räumen und von 50 Personen draußen. Außerdem besteht eine Pflicht zu einer Kontaktnachverfolgungsliste ab einer Grenze von zehn Personen. Damit geht der Berliner Senat über die von Bund und Ländern getroffenen Beschlüsse hinaus - diese sehen nämlich keine Begrenzung bei privaten Feiern im Freien vor, sondern lediglich eine Begrenzung auf 50 Teilnehmer bei Feiern in öffentlichen Räumen. Die Obergrenze für private Feiern sei keine Empfehlung, sondern durchaus eine bußgeldbewehrte Verordnung, mahnte Pop.

Am Freitag wird die neue Verordnung im Amtsblatt veröffentlicht. Am Sonnabend tritt sie dann in Kraft.

Zu den Infektionen auf privaten Feiern sagte Müller: „Berlin spielt hier keine Sonderrolle, sondern im Rahmen der Infektionsvorgänge in Großstädten haben wir hier vergleichbare Vorkommen.“

Zuletzt war die Zahl der Neuinfektionen in Berlin – wie anderswo in Deutschland auch - vergleichsweise stark angestiegen und hatte die Politik alarmiert. Pro 100.000 Einwohner steckten sich innerhalb von sieben Tagen 28,9 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus an (Stand Dienstag). Dieser für die Bewertung des Infektionsgeschehens wichtige Wert ist in der Hauptstadt so hoch wie in keinem anderen Bundesland – allerdings ist der Vergleich einer dicht besiedelten Metropole mit Flächenländern nur bedingt möglich.

Das sind die neuen Corona-Regeln für Brandenburg

Auch in Brandenburg sollen im Fall stark steigender Corona-Zahlen künftig strengere Regeln für Feiern gelten. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte am Dienstag eine Obergrenze von 50 Menschen für öffentliche Räume und 25 für private Räume an, wenn es mehr als 35 Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum der vergangenen sieben Tage gibt – derzeit sind es rund fünf im Land. Mit der Obergrenze folgt Brandenburg dem Beschluss von Bund und Ländern am Dienstag. Regional könnten auch niedrigere Werte angesetzt werden, sagte Woidke. Das Kabinett berät in der kommenden Woche darüber.

Für private Feiern im Haus, in der Wohnung oder im Garten gilt in Brandenburg derzeit generell eine Obergrenze von 75 Teilnehmern. Für Großveranstaltungen ist in geschlossenen Räumen eine Obergrenze von 1000 Menschen festgelegt, maßgeblich ist aber die Zahl von Gästen bei der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln je nach Raumgröße.