Dramatische Szenen in der Nacht zu Freitag. Im Senftenberger Ring im Berliner Stadtteil Märkisches Viertel stand eine Wohnung in Flammen. Ein Bewohner musste sich durch eine waghalsige Aktion selbst retten, bevor die Feuerwehr eintraf.
Mann klettert ungesichert von Balkon zu Balkon
Unser Nachtreporter berichtet: Gegen 2.20 Uhr wurde ein Brand im elften Stock eines Hochhauses am Senftenberger Ring gemeldet. Die Polizei traf zuerst an der Einsatzstelle ein und konnte beobachten, dass Flammen und starker Rauch aus der betroffenen Wohneinheit austraten. Die Mieter der Wohnung, die im Vollbrand stand, befanden sich auf dem Balkon und riefen um Hilfe. Ihr Rettungsweg war durch das Feuer versperrt.
In Ermangelung einer Alternative rettete sich ein Mann selbst, indem er trotz rund 30 Metern Höhe auf die Brüstung seines Balkons kletterte, um von dort aus auf den Balkon seines Nachbarn zu gelangen – mit Erfolg. Kurz darauf traf endlich die Feuerwehr ein.

Für die zweite Bewohnerin der Wohnung, die noch auf dem Balkon der brennenden Wohnung stand, wurde sofort ein Sprungtuch aufgebaut. Am Ende wurde sie jedoch von den Einsatzkräften der Feuerwehr mit einer Rettungshaube direkt aus der Wohnung geholt.

Die Frau kam mit einer Rauchvergiftung in ein Krankenhaus. Der Mann erlitt schwere Brandverletzungen und ebenfalls eine Rauchvergiftung und wurde in eine Spezialklinik, ins UKB nach Marzahn, gebracht.
Weitere Nachbarn wurden evakuiert
Vier weitere Personen – darunter eine ältere Dame mit ihrem Hund – wurden vorsorglich aus der Wohnung geholt, weil diese bereits leicht verraucht war. Die insgesamt vier Personen aus verschiedenen Wohnungen wurden mit Fluchttauben in Sicherheit gebracht, und vom Notarzt untersucht. Sie mussten nicht in ein Krankenhaus gebracht werden.


